NABU und SAPO deckten ein neues Korruptionssystem im Verteidigungsministerium auf

Während die Front die Verteidigung übernimmt, lässt sich der Rücken die Gelegenheit nicht entgehen, sich zu bereichern. NABU und SAPO haben einen groß angelegten Fall von Veruntreuung staatlicher Gelder bei der Beschaffung von Lebensmitteln für die ukrainischen Streitkräfte aufgedeckt. Laut den Ermittlungen wurden im Zeitraum 2022/23 durch Manipulation der Lebensmittelpreise mehr als 733 Millionen Hrywnja aus dem Haushalt abgezweigt.

Der Fall betrifft einen ehemaligen Beamten des Verteidigungsministeriums, den Inhaber der Zulieferfirmen, zwei ihrer Manager und eine weitere Person. Alle fünf wurden wegen Veruntreuung, versuchter Veruntreuung und Geldwäsche angeklagt.

Das System funktionierte einfach, aber effektiv. Der Lebensmittelkatalog, mit dem Lebensmittel für die Armee beschafft wurden, enthielt 409 Artikel – von Buchweizen bis Gelatine. Allerdings wurden nur 10 % des Sortiments regelmäßig verwendet. Der Rest waren seltene oder saisonale Artikel oder wurden gar nicht gekauft.

Der Preis wurde als arithmetischer Durchschnitt aller Artikel im Katalog ermittelt. Dies ermöglichte die Manipulation der Kosten einzelner Produkte: Beliebte Waren wie Gemüse und Fleisch wurden überteuert angeboten, während Ladenhüter – beispielsweise Kirschen im Winter – zu billig verkauft wurden.

Das Ergebnis: Kartoffeln zu überhöhten Preisen, die in Tausenden Tonnen geliefert wurden, und Kirschen – für wenige Kopeken das Stück –, die gar nicht geliefert wurden. Auf dem Papier sah alles in Ordnung aus. Tatsächlich handelte es sich um Betrug, der den Lieferanten Hunderte Millionen einbrachte.

Laut NABU haben allein im Zeitraum August-Dezember 2022 zwei von derselben Person kontrollierte Unternehmen über 733 Millionen UAH durch ein solches System verdient.

Diese Betrügereien wurden durch die Untätigkeit eines Beamten des Verteidigungsministeriums ermöglicht, der Verträge unterzeichnete und Preise „nicht bemerkte“, die eindeutig die Marktgrenzen überschritten.

Der Informationsskandal um die Verpflegung der Armee brach Anfang 2023 nach der Veröffentlichung einer Recherche von ZN.UA mit dem Titel „Hintere Ratten des Verteidigungsministeriums…“ aus. Besonders die Meldung über Eier für 17 Hrywnja“ sorgte für großes Aufsehen und löste eine Welle der Empörung in der Bevölkerung aus.

Verteidigungsminister Alexei Reznikov wies die Anschuldigungen entschieden zurück und behauptete, alle Preise seien in den Verträgen korrekt angegeben gewesen. Der Skandal legte sich jedoch nicht, und der Minister wurde später entlassen.

Vor diesem Hintergrund wirkt der neue Fall des NABU wie eine Fortsetzung desselben Schemas. Reznikov zählt derzeit nicht zu den Verdächtigen, doch sein Name ist direkt mit der Zeit verbunden, als dieses System aktiv war.

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