Ungarn und die Slowakei haben die Aussetzung der Dieselkraftstoffexporte in die Ukraine angekündigt, nachdem der russische Öltransit durch die Druschba-Pipeline durch ukrainisches Gebiet ausgesetzt wurde.
Am 18. Februar erklärte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó, Budapest setze die Diesellieferungen an die Ukraine aus und plane keine Wiederaufnahme, solange die Öllieferungen nach Ungarn über die Druschba-Pipeline nicht wieder aufgenommen würden. Laut Szijjártó habe die Energiesicherheit des Landes höchste Priorität, und die aktuelle Situation erfordere umgehende Lösungen.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bestätigte ähnliche Maßnahmen aus Bratislava. Er erklärte, dass der Ölkonzern Slovnaft die Dieselkraftstoffexporte in die Ukraine und einige andere Länder vorübergehend einstellt. Die gesamte produzierte Menge werde auf dem slowakischen Inlandsmarkt verkauft.
Fico deutete zudem an, dass der Stopp des Öltransits politisch motiviert sein könnte. Sollte sich diese Annahme bestätigen, könnte die Slowakei ihre Unterstützung für die europäische Integration und Zusammenarbeit der Ukraine im Bereich der Stromversorgung überdenken.
Bereits am 16. Februar berichtete Péter Szijjártó, dass Ungarn und die Slowakei Kroatien um eine alternative Lieferroute durch die Adria-Pipeline gebeten hätten. Gleichzeitig erklärte der kroatische Wirtschaftsminister Ante Šušnár, Zagreb unterstütze keine verstärkten Käufe russischen Öls, da diese Lieferungen zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine beitrügen.
Branchenkennern zufolge decken Ungarn und die Slowakei rund 9 % der ukrainischen Dieselimporte ab. Im Jahr 2025 wurden etwa 629.500 Tonnen Diesel aus diesen Ländern in die Ukraine geliefert. Experten weisen jedoch darauf hin, dass diese Mengen trotz ihrer Bedeutung für den ukrainischen Markt nicht kritisch sind, da die Ukraine ihre Kraftstofflieferwege nach 2022 deutlich diversifiziert hat.

