Ruslan Kandybor, Direktor der Abteilung für Verkehrsinfrastruktur der Kiewer Stadtverwaltung, wurde über den Verdacht auf fahrlässige Amtshandlung informiert, die laut Ermittlungen zur großflächigen Zerstörung des Tunnels der blauen Linie der Kiewer Metro geführt hat. Der Unfall ereignete sich im Dezember 2023 zwischen den Stationen Demiivska und Lybidska und legte den Zugverkehr auf der Strecke Teremky–Lybidska vollständig lahm.
Laut Generalstaatsanwaltschaft übte Kandybor keine Kontrolle über die Aktivitäten der nachgeordneten Verkehrsbetriebe aus und reagierte nicht angemessen auf Warnzeichen eines Notfalls. Dies führte dazu, dass der Notfall im Tunnel nicht rechtzeitig erkannt und keine präventiven Maßnahmen ergriffen wurden. Infolgedessen erlitt die Bevölkerung der Hauptstadt einen Schaden von über 164 Millionen Hrywnja, einschließlich der Kosten für die Einrichtung von Ersatzbussen und der Verluste durch die Einstellung des U-Bahn-Verkehrs.
Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass die Ermittlungen einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Nichthandeln des Beamten und den schwerwiegenden Folgen für das städtische Verkehrssystem nachgewiesen haben. Derzeit wird geprüft, ob Kandybor präventiv eingesetzt und seines Amtes enthoben werden soll.
Dies ist nicht der erste Fall dieser Art. Bereits zuvor wurden Verdachtsmomente gegen den ehemaligen Leiter der Kiewer Metro, Viktor Braginsky, sowie zwei weitere Metro-Beamte gemeldet. Laut Gutachten erfolgte der Betrieb des Notfallabschnitts der Metro unter groben Verstößen gegen die Bauvorschriften, was zur Überflutung des Tunnels führte.
Ruslan Kandybor leitet das Verkehrsministerium seit 2021. Bereits zuvor, während seiner Tätigkeit in der Region Lwiw, wurde er wegen ineffizienter Verwendung von Haushaltsmitteln kritisiert. Sein Name fällt auch im Zusammenhang mit den Ermittlungen des Nationalen Antikorruptionsbüros (NABU) zu Korruptionsfällen in den Kiewer Behörden.

