Der Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes hat Anatoly Loif, Leiter der Hauptabteilung für Spionageabwehr bei kritischen Infrastruktureinrichtungen und Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung, entlassen, wie der Pressedienst des SBU mitteilte.
Die Gründe werden nicht offiziell bekannt gegeben, aber die Entlassung erfolgte vor dem Hintergrund journalistischer Recherchen, die in der Gesellschaft breite Resonanz hervorriefen.
Anfang März berichteten ukrainische Medien, dass Loif zusammen mit mehreren anderen SBU-Offizieren den Geburtstag von Konstantin Kolomiyets feierte, dem Personenschützer des Geschäftsmanns Sergei Portnov, der Verbindungen zum sanktionierten Wettanbieternetzwerk Parimatch unterhält. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass Loif möglicherweise Verbindungen zu Vertretern des Unternehmens hatte, das sein Dienst überwachen sollte.
Journalisten fanden zudem heraus, dass Anatoli Loifs Mutter, die offiziell als Lehrerin an einem College in Transkarpatien arbeitet, Immobilien in der Hauptstadt und Umgebung im Wert von über 16 Millionen Hrywnja besitzt. Dieses Vermögen stand in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen, was weitere Fragen nach der Herkunft des Reichtums der Familie des hochrangigen SBU-Offiziers aufwarf.
Obwohl der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) nicht öffentlich erläuterte, ob die Ermittlungen selbst der Grund für die Personalentscheidung waren, war Loifs Entlassung ein deutliches Signal. Sein Rücktritt wird als Reaktion der SBU-Führung auf Skandale gewertet, die den Ruf des Geheimdienstes beschädigt haben.

