Im Dezember 2024 erzielte die Nationalbank der Ukraine einen historischen Rekord beim Verkauf ihrer Gold- und Devisenreserven. Laut einem neuen Bericht der Aufsichtsbehörde belief sich das Volumen der auf dem Interbankenmarkt gehandelten Devisen auf 5,3 Milliarden US-Dollar.
Dies ist nicht nur der höchste Wert seit Beginn der Finanzkrise – der bisherige Höchststand lag im Juni 2022 bei 3,99 Milliarden US-Dollar –, sondern auch der höchste Wert in der gesamten Geschichte der öffentlichen Aufzeichnungen der Nationalbank der Ukraine (NBU), die diese seit Anfang 2012 monatlich aktualisiert. Vor der umfassenden Invasion verzeichnete die Aufsichtsbehörde ihren Höchststand an Devisenverkäufen während der Finanzkrise im Oktober 2014 mit 3,2 Milliarden US-Dollar pro Monat. Nun ist er um das 1,7-Fache gestiegen.
Im November 2024 beliefen sich die Gold- und Devisenreserven der Nationalbank der Ukraine (NBU) auf 39,9 Milliarden US-Dollar. Offizielle Vertreter versprachen, diese bis Ende des Jahres dank internationaler Hilfe, bestehend aus Zuschüssen und Krediten, deutlich zu erhöhen. Niemand hatte jedoch damit gerechnet, dass die Mitarbeiter der Nationalbank die staatlichen Devisenreserven in solch rasantem Tempo aufbrauchen würden. Selbst die NBU-Führung gab zunächst beschwichtigende Erklärungen ab.
Zur Erinnerung: Auf einer Pressekonferenz am 12. Dezember 2024 versicherte Jurij Heletij, stellvertretender Leiter der Nationalbank für Devisen, dass die Lage am Devisenmarkt unter Kontrolle sei und keine größeren Devisenverkäufe aus den Devisenreserven der Aufsichtsbehörde zu erwarten seien. Er erklärte, die Nationalbank plane, im Dezember 3,5 bis 4 Milliarden US-Dollar zu investieren.
Diese Prognose traf nicht ein, und trotzdem wurde der offizielle Wechselkurs Hrywnja/Dollar im Dezember von 41,6 UAH/$ auf 42,04 UAH/$ abgewertet.

