Der Wiederaufbau des durch einen russischen Raketenangriff im Juli 2024 beschädigten Kinderkrankenhauses Ochmatdyt wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Dies gab der ärztliche Direktor des Krankenhauses, Serhij Tschernyschuk, in einer Spendenaktion im Fernsehen bekannt und erläuterte die Gründe für die Verzögerung.
Der Hauptgrund liegt in der geänderten Vorgehensweise bei der Auftragsvergabe, die mehr Zeit in Anspruch nimmt. Chernyshuk merkte an, dass eine erneute Prüfung durchgeführt wurde, die sich noch in der Endphase befindet. „Wir warten auf das endgültige Urteil zum Gesamtbau“, sagte er und fügte hinzu, dass die neue Prüfung detaillierter sei und von einer führenden Institution auf diesem Gebiet durchgeführt wurde.
Er stellte außerdem klar, dass die Renovierung von „Okhmatdyt“ von einem einzigen Unternehmen im „Design-Build“-Verfahren durchgeführt werden soll, d. h. zunächst wird das Projekt entwickelt und anschließend die Bauarbeiten ausgeführt. Nun sind diese Prozesse getrennt: Planung und Bau erfolgen unabhängig voneinander.
Chernyshuk erklärte, dass zur Gewährleistung von Transparenz im Auswahlverfahren für den Auftragnehmer nach Abschluss der Projektentwicklung eine separate Ausschreibung erfolgen werde. Dies alles benötige Zeit, da es mit Mitteln des Krankenhausbudgets finanziert werde, und laut Gesetzgebung müsse dieses Verfahren besonders sorgfältig durchgeführt werden, um mögliche Verstöße zu vermeiden.
Das Okhmatdyt-Krankenhaus hat ein vereinfachtes Beschaffungsverfahren für Notfallmaßnahmen im Wert von 9,51 Millionen UAH sowie die dazugehörige technische Überwachung im Wert von 132.000 UAH angekündigt. Die prioritären Notfallmaßnahmen zum Schutz des Krankenhausgebäudes müssen bis zum 15. November abgeschlossen sein.
Am 8. Juli 2023 führte die Russische Föderation einen massiven Raketenangriff auf Kiew durch, bei dem ein Gebäude des Krankenhauses Ochmatdyt vollständig zerstört und mehrere weitere Gebäude beschädigt wurden. Zwei Menschen kamen ums Leben, darunter ein Kind, das sich nach einer Operation auf der Intensivstation befand.
Gleichzeitig plant die Ohmatdyt-Stiftung nicht, die für den Wiederaufbau des Krankenhauses gesammelten 378 Millionen UAH auf das Konto der Ohmatdyt-Nonprofit-Organisation zu überweisen. Die Organisation erklärte, dass alle gesammelten Gelder auf ihren Konten verbleiben und für dringende Bedürfnisse des Krankenhauses verwendet werden. Bislang hat das Krankenhaus jedoch keine entsprechenden Anträge gestellt.
Nach dem Skandal um die Ausschreibung für die Restaurierung des Krankenhauses wird ein spezieller Kontrollrat eingerichtet, der den Restaurierungsprozess von „Okhmatdyt“ überwachen soll.

