Die Anwälte der mutmaßlichen Leiterin der MSEK der Region Chmelnyzkyj versuchten, die Beschlagnahme ihres Eigentums aufzuheben.
Die Anwälte von Tetyana Krupa, die der unrechtmäßigen Bereicherung verdächtigt wird, versuchten gerichtlich die Aufhebung der Beschlagnahmungen mehrerer ihrer Immobilien zu erwirken. Die Berufungskammer des Obersten Antikorruptionsgerichts wies den Antrag der Verteidigung zurück. Im Rahmen der Überprüfung des Urteils wurden jedoch zuvor unbekannte Details der Ermittlungen vor Gericht bekannt.
Es geht um Korrespondenz auf dem Handy der Verdächtigen, die den Verlauf der Ermittlungen beeinflussen könnte. Auf dem bei den Durchsuchungen der Verdächtigen Krupa sichergestellten iPhone 14 Pro Max fanden die Ermittler laut Prüfprotokoll Chatverläufe, die auf Verbindungen von Tetyana Krupa zur Leitung der regionalen Staatsanwaltschaft und zu Zollbeamten hindeuten könnten.
Unseren Quellen zufolge könnte es sich um den Leiter der Staatsanwaltschaft Chmelnyzkyj, Oleksiy Oliynyk (der zwar von seiner leitenden Position entlassen wurde, aber weiterhin in der Staatsanwaltschaft tätig war), und Ivan Berezhnyuk (seit März 2024 Leiter des Zolls von Chmelnyzkyj) handeln. Auf dem Telefon befand sich außerdem Korrespondenz zwischen dem Leiter des MSEK der Region Chmelnyzkyj und Abonnenten bezüglich der Bearbeitung von Dokumenten im Zusammenhang mit Behinderungen und Aufschüben für verschiedene Personen.
Die Chats enthielten unter anderem eine Stellungnahme eines Richters des Berufungsgerichts Chmelnyzkyj an den Gesundheitsminister bezüglich einer Genehmigung zur Ausreise ins Ausland zur Behandlung. Die Ermittler konnten jedoch keine vollständige Kopie des Mobiltelefonspeichers erstellen und die Daten mehrerer Anwendungen, darunter Telegram, Signal und E-Mail-Apps, die sich bei der direkten Untersuchung des Geräts darauf befanden, nicht sichern.
„Das Gericht ist der Ansicht, dass ausreichende Gründe für die Annahme vorliegen, dass alle beschlagnahmten Gegenstände und Dokumente den Merkmalen physischer Beweismittel entsprechen und daher der Beschlagnahme unterliegen, um die Erhaltung physischer Beweismittel zu gewährleisten“, heißt es in der Entscheidung des Berufungsgerichts.
Zur Erinnerung: Am 11. Dezember hob die Berufungskammer des Obersten Antikorruptionsgerichts
die gegen das Bankkonto von Tetyana Krupas Sohn Oleksandr verhängte Sperrung auf.
Der Fall Krupa
Die Vorsitzende der Chmelnyzkyjer Staatsbank, Tetjana Krupa, wurde wegen des Verdachts der unrechtmäßigen Bereicherung festgenommen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung wurden fast 6 Millionen US-Dollar in bar in verschiedenen Währungen gefunden. Am 7. Oktober ordnete das Kiewer Bezirksgericht Petscherskyj Untersuchungshaft für Tetjana Krupa bis zum 3. Dezember an, mit der Möglichkeit, gegen eine Kaution in Höhe von 500 Millionen 1528 Hrywnja freigelassen zu werden. Die Verteidigung legte jedoch Berufung ein.
Am 21. November befasste sich die Berufungskammer des Obersten Antikorruptionsgerichts mit
der Berufung. Das Gericht ordnete an, Tetyana Krupa bis zum 3. Dezember in Untersuchungshaft zu behalten, wobei ihr
eine Kaution in Höhe von 300 Millionen Hrywnja gewährt wird.
Im Zuge der Prüfung des Antrags auf Verlängerung der Haft wurde die Kaution auf 280 Millionen reduziert und die Aufenthaltsdauer in der Untersuchungshaftanstalt bis zum 26. Januar 2025 festgelegt.
Die auf Krupas Handy gefundene Korrespondenz deutet möglicherweise auf umfassende Korruption hin, in die auch Strafverfolgungsbeamte verwickelt sein könnten. Wir hoffen daher auf Fortschritte bei den Ermittlungen in diesem aufsehenerregenden Fall und werden die Öffentlichkeit über den Fortgang informieren.

