Das Ministerkabinett der Ukraine hat einen Dekretentwurf von Präsident Wolodymyr Selenskyj gebilligt, der bedeutende Änderungen der Wehrpflichtbestimmungen in den Streitkräften der Ukraine, der Nationalgarde und dem staatlichen Sondertransportdienst vorsieht. Laut Regierungsangaben sollen diese Änderungen die ukrainische Armee den NATO-Standards annähern und so einen wichtigen Schritt hin zur weiteren Integration in das Bündnis darstellen.
Dies berichtete der Volksabgeordnete Oleksiy Honcharenko in seinem Telegram-Kanal.
Welche Veränderungen erwarten das Militär?
- Der berufliche Aufstieg nach dem Krieg erfolgt durch Wettbewerb (nach Dienstgrad) und nicht mehr allein durch Dienstzeit.
- Rotationssystem – die Soldaten werden auf verschiedene Positionen versetzt, um neue Erfahrungen zu sammeln und ihr berufliches Niveau zu verbessern.
- Aktualisierung des Vertragsservices – geplant ist eine Vereinfachung des Systems zur Unterzeichnung und Verlängerung von Verträgen, um es transparenter und effizienter zu gestalten.
- Es werden neue Dienstarten eingeführt – der reguläre Wehrdienst und der Reservedienst.
- Abschaffung der Wehrpflicht – das traditionelle Einberufungsformat wird nicht mehr angewendet, der Schwerpunkt wird auf Vertrags- und Reservedienst liegen.
Laut dem Abgeordneten Oleksiy Honcharenko sind diese Änderungen Teil einer umfassenden Militärreform zur Umsetzung von NATO-Standards. Aufgrund der aktiven Kriegsphase werden viele Normen jedoch erst nach Kampfhandlungen in Kraft treten.
Zur Erinnerung: Das neue Mobilmachungsgesetz trat am 18. Mai 2024 in Kraft. Es sieht Änderungen im Einberufungsverfahren vor und präzisiert die Befugnisse der Regierungsbehörden im Bereich der Mobilmachung. Darüber hinaus verabschiedete das Ministerkabinett im Dezember mehrere neue Verordnungen zur Regelung der Gewährung von Aufschüben und zur Änderung der Daten von Wehrpflichtigen im Rahmen der „Reserve+“-Anwendung.

