Ab Januar 2024 wird in der Ukraine eine neue Gebühr auf den Nebenkostenabrechnungen erhoben. Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit Gasanschluss erhalten dann einen Aufschlag für die technische Instandhaltung der Gasleitungen im Eingangsbereich und in den Wohnungen. Grund für die Einführung dieser Gebühr ist die jahrelange fehlende systematische Überwachung des technischen Zustands der Gasnetze in Gebäuden.
Bis 2018 waren die Kosten für diese Arbeiten im Gaspreis enthalten, den die Gasnetzbetreiber zahlten. Diese Praxis wurde jedoch abgeschafft, und die Betreiber sind nun verpflichtet, die Kosten für die Instandhaltung der Gasleitungen in Gebäuden zu schätzen. Dieser Betrag wird als separater Posten auf der Gasrechnung ausgewiesen.
Ab 2024 zahlen Ukrainer monatlich zwischen 25 und 65 Hrywnja für die Instandhaltung ihrer Gasleitungen im Haus. Diese Initiative soll eine finanzielle Reserve für notwendige Wartungsarbeiten schaffen.
Die Regelung der neuen Gaszahlung erfolgt auf Grundlage von drei von der ukrainischen Regierung genehmigten Dokumenten: der Verordnung des Energieministeriums Nr. 292 vom 2. September 2023, dem Beschluss der nationalen Regulierungsbehörde (NEURC) Nr. 2291 vom 5. Dezember 2023 und der von der NEURC entwickelten Methodik zur Berechnung der Kosten der technischen Instandhaltung.
Bis Ende 2023 erhalten die Ukrainer zwei separate Zahlungen: eine für das Gas (an den Gaslieferanten) und eine weitere für die Gaslieferung (an den Gasnetzbetreiber). Der Gasnetzbetreiber ist für die Instandhaltung der Leitungen zum Wohngebäude zuständig, während die Nutzer selbst für die Leitungen innerhalb des Gebäudes verantwortlich sind.
Die Kosten für die Instandhaltung der hauseigenen Netze variieren je nach regionalem Gasversorgungsunternehmen. Die entsprechenden Tarife werden auf den Portalen der regionalen Gasversorgungsunternehmen veröffentlicht. Die Kosten liegen je nach Region und Zustand der Gasnetze zwischen 25 und 69 Hrywnja.
Die neue Gaszahlung beinhaltet die Kosten für eine Reihe technischer Dienstleistungen, wie z. B. eine Sichtprüfung der Gasleitungen, Dichtheitsprüfungen der Verbindungen, Druckprüfungen und andere Verfahren, die die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Gasanlagen in den Haushalten gewährleisten.
Ukrainische Medien berichteten außerdem über die Inbetriebnahme zweier neuer Gasquellen, die bis zu 200.000 Kubikmeter Gas pro Tag liefern könnten. Während diese Nachricht die Entwicklung des Energiesektors in der Ukraine unterstreicht, profitiert der russische Konzern Gazprom weiterhin von den Gaseinnahmen und setzt diese zur Finanzierung des Krieges in der Ukraine ein.

