Der neu ernannte Leiter der Interregionalen Abteilung Lwiw im Justizministerium, Ihor Tytla, hat trotz seiner vorherigen Tätigkeit im September noch keine Erklärung zu seinen Vermögenswerten und Einkünften abgegeben. Das Fehlen einer aktualisierten Erklärung könnte auf einen Verstoß gegen die im Antikorruptionsgesetz für Beamte dieser Ebene vorgeschriebenen Finanzkontrollbestimmungen hindeuten.
Vor seiner Ernennung war Tytla stellvertretender Leiter der Abteilung für Gemeineigentum des Regionalrats Lwiw. In den Jahren zuvor bekleidete er außerdem leitende Positionen in Justizbehörden: Von 2018 bis 2019 war er stellvertretender Abteilungsleiter – Leiter der Abteilung für die Kontrolle der Vollstreckung von Entscheidungen der Hauptjustizbehörde des Gebiets Lwiw – und von 2020 bis 2023 Erster Stellvertretender Leiter der Westlichen Interregionalen Abteilung des Justizministeriums.
Laut seiner letzten Steuererklärung für 2024 war Igor Tytlas Haupteinnahmequelle sein Gehalt als Verwalter des regionalen Vermögens – 600.000 Hrywnja jährlich. Seine Frau Lesya Tytla gab 205.000 Hrywnja Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit und 258.700 Hrywnja Gehalt von der GmbH „Adzhilivey“ an. Tochter Oresta erhielt 122.000 Hrywnja Honorare und Zahlungen aus zivilrechtlichen Verträgen von der GmbH „Infobit“ sowie weitere 67.000 Hrywnja Gehalt vom Handelsgericht der Region Lwiw.
Die Familie nutzt mehrere Immobilien. Das Ehepaar und ihre Tochter besitzen gemeinsam eine 51,6 Quadratmeter große Wohnung in Lemberg. Gleichzeitig haben Tytla und seine Familienangehörigen das Nutzungsrecht an drei Häusern mit jeweils fast 300 Quadratmetern Wohnfläche im Dorf Sokilnyky sowie an drei Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 2.000 Quadratmetern. Alle diese Immobilien sind auf den Namen einer anderen Person eingetragen.
Zu den in der Erklärung aufgeführten Fahrzeugen gehört ein Mercedes-Benz GL 350 aus dem Jahr 2014, den Ihor Tytla kostenlos nutzt, sowie ein Mercedes-Benz B 250e Elektroauto aus dem Jahr 2017, das seiner Frau gehört. Der Kaufpreis des Wagens betrug zum Zeitpunkt des Kaufs 555.000 Hrywnja. Zusätzlich gab der Beamte 25.000 US-Dollar in bar an.
Das Fehlen einer neuen Vermögenserklärung vor der Ernennung zu einer Führungsposition kann Fragen hinsichtlich der Transparenz des Vermögens des Beamten und der Einhaltung der Finanzkontrollverfahren aufwerfen. Angesichts des beträchtlichen Vermögens und der Nutzung von Immobilien, die auf den Namen Dritter eingetragen sind, könnte der Fall die Aufmerksamkeit der Antikorruptionsbehörden und der Öffentlichkeit auf sich ziehen.

