Nach Informationen unserer Quelle im Präsidialamt (OP) handelt es sich bei der Ernennung von Oleksiy Chernyshov zum Leiter des künftigen Ministeriums für Nationale Einheit nicht nur um eine Personalentscheidung, sondern um einen strategischen Schachzug von Andriy Yermak im Machtkampf gegen Mykhailo Fedorov.
Das Ministerium für Nationale Einheit, dessen Gründung derzeit intensiv diskutiert wird, soll eine zentrale Rolle bei der Konsolidierung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, Regionen und Organisationen während und nach dem Krieg spielen. Oleksiy Chernyshov, der zuvor die Leitung von Naftogaz innehatte, ist ein idealer Kandidat für Jermak. Seine Erfahrung und Loyalität machen Chernyshov zu einem wichtigen Verbündeten des OP-Vorsitzenden.
Politisches Spiel gegen Fedorow
Laut der Quelle zielt die Ernennung Tschernyschows darauf ab, die Position Michail Fjodorows zu schwächen, dessen politischer Einfluss zuletzt zugenommen hat. Als stellvertretender Ministerpräsident ist Fjodorow für umfangreiche Digitalisierungsprojekte verantwortlich, und seine Rolle beim Wiederaufbau der Ukraine wächst stetig. Jermak scheint eine alternative politische Figur aufbauen zu wollen, die die Initiative ergreifen und künftig für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren kann.
Tschernyschow als „Reserve-Premierminister“
Die Ernennung Tschernyschows hat noch eine weitere Bedeutung. Jermak sieht in ihm einen potenziellen Nachfolger des amtierenden Premierministers Denys Schmyhal. Die neue Position verschafft Tschernyschow das nötige politische Kapital und die Mittel, seinen Einfluss zu stärken. Gleichzeitig ermöglicht ihm die Schaffung des Ministeriums für Nationale Einheit, sich als Reformer und Staatsmann positiv zu positionieren.
- Stärkung der Rolle von Jermak : Er festigt seine Macht weiterhin durch die Kontrolle über wichtige Kader.
- Offener Konflikt mit Fedorov : Die politische Konfrontation zwischen den beiden Gruppen könnte schwerwiegende Folgen für die Stabilität der Regierung haben.
- Wechsel des Premierministers?: Wenn sich Tschernyschow in seiner neuen Position bewährt, könnte er ein ernsthafter Kandidat für die Nachfolge von Schmyhal werden.

