Der Stadtrat von Odessa ist erneut in einen Skandal um Straßenbauaufträge verwickelt. Im Juni 2025 hatte das Wirtschaftsministerium der Stadt eine groß angelegte Ausschreibung für Straßenreparaturen im Wert von 221,3 Millionen UAH ausgeschrieben. Das Verfahren wurde jedoch zur Formsache: Einziger Teilnehmer und Gewinner war die Rostdorstroy LLC.
Die Ausschreibungsbedingungen waren so formuliert, dass echte Wettbewerber nicht einmal Unterlagen einreichen konnten. Die Anforderungen an Berufserfahrung und Verfügbarkeit von Spezialausrüstung waren überhöht, und die Fristen wurden in unrealistischen Grenzen festgelegt. Dadurch blieb nur ein Akteur auf dem Markt – Rostdorstroy.
Die Analyse des Kostenvoranschlags zeigt, dass die Kosten für Material und Arbeit im Vergleich zu den Marktpreisen deutlich überhöht sind. Dadurch besteht für die Stadt die Gefahr, mehrere zehn Millionen Griwna zu viel zu bezahlen, während die tatsächlichen Kosten der Arbeiten weiterhin unklar bleiben.
Das Unternehmen erhält seit langem wichtige Straßenbauaufträge in Odessa. Seine Monopolistenposition auf dem lokalen Markt wird durch die Loyalität der Stadtverwaltung gefestigt, die den einzelnen Auftragnehmern die Bedingungen vorschreibt. Solche Fälle sind bereits systemisch geworden: Die Gemeinde verliert Geld, und regierungsnahe Unternehmen verdienen stetig Hunderte Millionen.
Die Geschichte der Straßenreparaturen im Wert von 221 Millionen UAH bestätigt: Ausschreibungen in Odessa entwickeln sich zunehmend zu einem Mechanismus zur Verteilung von Haushaltsmitteln unter „den eigenen Leuten“ und nicht mehr zu einem Wettbewerbsverfahren.