Die Weltöffentlichkeit scheint der schlechten Nachrichten überdrüssig zu sein. Der Krieg in der Ukraine, die Eskalation im Nahen Osten, die Inflation und globale Konflikte – all das, gepaart mit dem endlosen Scrollen durch Nachrichten, beginnt, die psychische Gesundheit von Millionen von Menschen ernsthaft zu beeinträchtigen.
Laut einem neuen Bericht des Reuters Institute zum Thema digitale Nachrichten meiden immer mehr Menschen bewusst Informationen. Durchschnittlich 40 % der Befragten in 48 Ländern gaben an, Nachrichten manchmal oder oft nicht zu lesen – ein Anstieg gegenüber 29 % im Jahr 2017.
Dieser Trend ist besonders in Großbritannien und den USA ausgeprägt, wo bereits über 40 % der Befragten ihren Nachrichtenkonsum bewusst eingeschränkt haben.
Der Statista-Analyst Felix Richter weist darauf hin, dass die Gründe für dieses Phänomen in der Erschöpfung durch die ständige Negativität und dem geringen Vertrauen in die Medien liegen. Der Bericht identifiziert zwei Hauptarten der Vermeidung:
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Konsequente Nachrichtenverweigerer sind meist Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau, die sich überhaupt nicht für Nachrichten interessieren;
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Selektive Vermeider sind Menschen, die negative Inhalte bewusst meiden, um ihre emotionale Stabilität zu bewahren.
Dieser Trend gibt nicht nur in der Medienwelt, sondern auch unter Demokratieexperten Anlass zur Sorge. Denn der Zugang zu verlässlichen und vielfältigen Informationen ist die Grundlage für eine informierte Bürgerschaft.
Das schwindende Interesse an Nachrichten, insbesondere bei jungen Menschen, könnte langfristige Folgen für die Wahlbeteiligung, das politische Bewusstsein und das bürgerschaftliche Engagement haben.

