Neue Forschungsergebnisse belegen, dass regelmäßiges heißes Bad nicht nur entspannend wirkt, sondern auch eine wirksame Form der passiven Wärmetherapie darstellt. Eine im „Journal of Applied Physiology“ veröffentlichte Studie zeigt, dass ein 15- bis 30-minütiges Bad in 39–40 °C warmem Wasser den Blutdruck deutlich senken und weitere gesundheitliche Vorteile bieten kann.
Die passive Wärmetherapie, die historisch in römischen Bädern, japanischen Onsen und türkischen Hammams angewendet wurde, beinhaltet den längeren Aufenthalt in warmem Wasser, wodurch die Blutgefäße erweitert, die Durchblutung verbessert und die Herz-Kreislauf-Funktion gesteigert wird.
Den größten Effekt spüren ältere Menschen und Patienten mit Bluthochdruck, bei denen die Blutdrucksenkung bis zu 60 mmHg betragen kann. Bei jüngeren Menschen sind die Veränderungen weniger ausgeprägt, aber auch hier trägt das Verfahren zur Stressreduktion, Verbesserung des Schlafs und Stärkung des Nervensystems bei.
Experten raten zu folgenden Sicherheitsregeln: Steigen Sie langsam aus der Wanne, ruhen Sie sich nach dem Eintauchen einige Minuten im Sitzen aus, halten Sie Ihre Gliedmaßen aus dem Wasser und trinken Sie vor und nach dem Bad reichlich Wasser. Temperaturen über 40 °C können aufgrund der Überhitzungsgefahr gefährlich sein.
Trotz der positiven Ergebnisse betonen die Forscher, dass es sich um Beobachtungsstudien handelt, die weiterer wissenschaftlicher Belege bedürfen. Dennoch könnte ein heißes Bad, ähnlich wie leichte körperliche Betätigung, eine vielversprechende Ergänzung zur Behandlung und einem gesunden Lebensstil darstellen und positive physiologische Reaktionen im Körper anregen.

