Petro Olenich und Geld für die Digitalisierung von Kiew

„Digital Kyiv“ ist eine beliebte Anwendung, die das Leben von Millionen Einwohnern der ukrainischen Hauptstadt vereinfacht. Seit ihrem Start hat sie beeindruckende Erfolge erzielt: über 3 Millionen Nutzer, eine aktualisierte Benutzeroberfläche, drei Dutzend neue Dienste und ein Budget von einer Milliarde Dollar für Entwicklung und Implementierung. Doch hinter diesen Erfolgen verbirgt sich eine wichtige Frage: Wer verwaltet diese enormen Ausgaben?

Die Rolle von Petro Olenych bei der Digitalisierung von Kiew

Petro Olenych ist stellvertretender Leiter der Kiewer Stadtverwaltung (KCSA) für digitale Entwicklung. Er bekleidet diese Position seit April 2021, seine Verbindungen zur Kiewer Stadtverwaltung reichen jedoch viel weiter zurück. Olenych arbeitet seit über acht Jahren für die KCSA, unter anderem als Direktor der Abteilung für Bodenressourcen, wo seine Tätigkeiten gemischte Reaktionen hervorriefen.

Olenych wirbt aktiv für Initiativen zur Digitalisierung der Hauptstadt und präsentiert öffentlich neue Funktionen von „Digital Kyiv“, wie beispielsweise das neueste Update auf Version 3.0. Seine Medienaktivitäten könnten als Versuch gewertet werden, positive Aufmerksamkeit zu erregen und von den zahlreichen Korruptionsskandalen abzulenken, in die er verwickelt war.

Olenich stand im Zentrum mehrerer aufsehenerregender Korruptionsfälle. Ende 2023 hegte der Nationale Antikorruptionsdienst (NABU) den Verdacht, dass er ein Grundstück des Naturschutzfonds unrechtmäßig für Bauvorhaben freigegeben hatte. Die Ermittlungen ergaben, dass der Kiewer Bevölkerung dadurch ein Schaden von rund 6,4 Millionen Hrywnja entstanden war. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Dokumente absichtlich falsche Angaben zum Status des Grundstücks enthielten, wodurch ein Teil des Nyvky-Parks für Bauvorhaben freigegeben werden konnte.

Doch dies ist nicht der einzige Vorwurf. Olenych geriet bereits zuvor in Skandale, weil er Grundstücke geschenkt bekommen hatte. Journalisten deckten auf, dass er 2016 Eigentümer von vier Grundstücken im Dorf Bohdanivka im Bezirk Brovary wurde. Diese Grundstücke waren von Privatpersonen gespendet worden, die sie erst zwei Monate zuvor in ihren Privatbesitz überführt hatten.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Oktober 2019, als das Amt für Bodenressourcen unter der Leitung von Olenych die Pacht eines Grundstücks für den Bau eines Wohnkomplexes in der Zvirynetska-Straße verlängerte, obwohl das Grundstück nicht für eine Kapitalentwicklung zugelassen war. Auch dieser Fall sorgte für großes Medieninteresse.

Budget- und Finanzmittelzuweisung

Das Ende 2023 verabschiedete Programm „Digitales Kiew“ sieht Investitionen in Höhe von 7,1 Milliarden Hrywnja für die Digitalisierung der Hauptstadt in den Jahren 2024 und 2025 vor. Davon sollen 6,2 Milliarden direkt aus dem Kiewer Haushalt stammen. Diese Mittel sind für die Entwicklung von „Digitalem Kiew“ vorgesehen, darunter neue Dienste und die Verbesserung bestehender Funktionen.

Die Kosten der Digitalisierung sind zweifellos erheblich, und es ist wichtig, dass die Verwendung dieser Mittel transparent und kontrolliert erfolgt. Die Korruptionsskandale um Petro Olenych stellen die Effektivität und Rechtmäßigkeit der Ausgaben in diesem Bereich infrage.

Petro Olenich wirbt aktiv für Errungenschaften im Bereich der Digitalisierung und tritt regelmäßig mit Neuigkeiten über „Digitales Kiew“ in den Medien auf. Seine öffentlichen Reden und Präsentationen könnten ein Versuch sein, ein positives Image zu schaffen und von Korruptionsskandalen abzulenken. Olenich wurde auch während Vitali Klitschkos Rede im Kiewer Stadtrat gesehen, als er während der Sitzung einschlief, was negative Reaktionen hervorrief.

Die Digitalisierung Kiews ist zweifellos ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Hauptstadt, und „Digitales Kiew“ bringt den Einwohnern deutliche Verbesserungen. Korruptionsskandale und Verdächtigungen um Petro Olenych werfen jedoch Fragen hinsichtlich der Effektivität der Ausgaben und der Verwaltung dieses wichtigen Bereichs auf. Die Gesellschaft sollte die Verwendung der Haushaltsmittel sowie die Gewährleistung von Transparenz und Rechenschaftspflicht im Digitalisierungsprozess genau beobachten.

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