Das südukrainische Kernkraftwerk kaufte Kessel im Wert von 3 Millionen

Das südukrainische Atomkraftwerk ist ein strategisches Objekt der staatlichen Energiesicherheit. Und gleichzeitig scheint es für ausgewählte Lieferanten eine Art Geldautomat zu sein. Mindestens seit 2016 schließt das Kraftwerk millionenschwere Verträge mit der TSM-Gruppe ab – ohne Ausschreibungen und unter Umgehung des Prozorro-Verfahrens.

Die Auftragssumme beläuft sich auf mehrere zehn Millionen Hrywnja. Die Produkte sind nicht nur technischer Natur. Im Jahr 2020 lieferte das Unternehmen Wasserkocher, Mikrowellen und Kühlschränke an das Kernkraftwerk – im Wert von fast 3 Millionen Hrywnja.

Den Journalisten liegt ein Vertrag aus dem Jahr 2020 über 36,6 Millionen UAH vor, der zwischen dem südukrainischen Kernkraftwerk und der in Kiew ansässigen TSM-Gruppe geschlossen wurde. Der Vertrag wurde nicht im öffentlichen Vergabeverfahren veröffentlicht und kam laut Polizeiquellen unter Umgehung der Vergabestelle Prozorro zustande.

Den Unterlagen zufolge lieferte das Unternehmen Haushaltsgeräte im Wert von über 2,7 Millionen UAH, wovon fast eine halbe Million laut Ermittlern zu viel bezahlt worden war. Die einzige Konsequenz war wohl die Einleitung eines Verfahrens durch die Polizei der Region Mykolajiw im Jahr 2022. Was mit ihm inzwischen geschehen ist, ist unbekannt.

Das Unternehmen wurde 2010 von Olena Domashneva und Olena Kryvoshienko gegründet. Seit 2014 zählt die TSM Group regelmäßig zu den Lieferanten für staatliche Institutionen – und zwar nicht nur für Kernkraftwerke.

Es wurden Verträge mit dem SBU, dem Innenministerium und der Präsidialverwaltung unterzeichnet, die jedoch nicht öffentlich zugänglich sind. Die Zusammenarbeit ist undurchsichtig, die Berechnungen sind intransparent, und es gab keine Ausschreibung. Experten vermuten eine massive Vertuschung, da sich unter Domashnevas Verwandten der ehemalige Diplomat Pawlo Domashnew befindet.

Schon eine oberflächliche Prüfung der Firmenverträge für die Jahre 2016–2018 fördert erschreckende Zahlen zutage: Aufträge im Wert von über 45 Millionen UAH und allein für Videorekorder Überzahlungen von mindestens 12 Millionen UAH. Im Jahr 2016 kamen weitere 12,5 Millionen UAH hinzu, von denen 3,9 Millionen UAH mutmaßlich veruntreut wurden.

Und dann herrschte Stille. Einige Fälle wurden laut Quellen einfach „auf Eis gelegt“, während andere im Vorverfahren stecken blieben.

Denn es geht um Energiesicherheit. Denn das Geld kommt aus den Taschen der Steuerzahler. Denn solche Anschaffungen führen direkt zu Katastrophen und zur Abhängigkeit strategischer Anlagen von intransparenten Akteuren.

Und solange die Leitung des südukrainischen Kernkraftwerks schweigt und die Polizei keine Antworten gibt, bleibt nur noch die laute Frage: Wo bleibt die Verantwortung, meine Damen und Herren?

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