Das Antikorruptionsgericht in der Ukraine hat beschlossen, das Eigentum eines der Angeklagten im Fall des Bürgermeisters von Mukatschewo zu beschlagnahmen, was erhebliche Auswirkungen auf die weitere Bearbeitung des Falles und die Untersuchung der Korruptionshandlungen hat.
Das Oberste Antikorruptionsgericht hat das Vermögen von Serhiy Fili, Mitinhaber der Binom-Group LLC, beschlagnahmt. Ihm wird vorgeworfen, in den Fall des Bürgermeisters von Mukatschewo, Andriy Baloga, verwickelt zu sein. Eine der Haupttätigkeiten des Unternehmens war die Bewertung des Grundstücks unter dem Avangard-Stadion, das in dem Fall eine zentrale Rolle spielte.
Diese Entscheidung wurde am 28. Juni vom Obersten Gerichtshof getroffen.
„Dem Antrag des leitenden Kriminalbeamten des NABU auf Beschlagnahme von Eigentum wird teilweise stattgegeben. Es wird angeordnet, dass Eigentum von (Serhiy Fil - Anm. d. Red.) beschlagnahmt wird (wobei dem Eigentümer (Besitzer) vorübergehend das Recht entzogen wird, darüber zu veräußern und zu verfügen) “, heißt es in der Entscheidung.
Das Gericht beschlagnahmte insbesondere ein Grundstück mit einer Fläche von 0,2634 Hektar in Poltawa; einen Volkswagen E-Golf (Baujahr 2018), einen Dacia Logan (Baujahr 2005) und einen Nissan Juke (Baujahr 2012); 50 % der Anteile am Stammkapital der Forex Consulting Company LLC; 50 % der Anteile am Stammkapital der Binom Group LLC (EDRPOU-38377892); 100 % der Gesellschaftsrechte der GEOSPHERA-A PE sowie fünf Konten bei der PrivatBank, der Ukrgasbank, der Idea Bank, der Raiffeisen Bank und der Taskombank.
Zur Erinnerung: NABU und SAPO haben den Bürgermeister von Mukatschewo, Andrij Baloga, und den ehemaligen Volksabgeordneten Mychajlo Lanyo festgenommen. Laut den Ermittlungen sorgte der Bürgermeister von Mukatschewo dafür, dass in einer Stadtratssitzung ein Beschluss zur Veräußerung eines Grundstücks zu einem Preis gefasst wurde, der fast neunmal unter dem ursprünglichen Preis lag. Die tatsächliche Kontrolle über das Grundstück hatte der Vorsitzende des Bezirksrats, der ehemalige Volksabgeordnete Mychajlo Lanyo.
Grundlage hierfür war eine von einem Sachverständigen erstellte Geldwertanalyse, die den Wert des Grundstücks zu niedrig ansetzte und für die die Eigentümer des Bewertungsunternehmens bestochen wurden. Infolge solcher Transaktionen wurde ein Grundstück mit einem Marktwert von 84,6 Millionen UAH für lediglich 9,6 Millionen UAH verkauft.
Trotz des geringen Preises gewährte der Bürgermeister dem Unternehmen aus persönlicher Entscheidung einen Zahlungsaufschub von sechs Monaten. Der Schaden für die Gemeinde beläuft sich auf 74,9 Millionen UAH. Später wurde sie über den Verdacht informiert.

