Polen wird den vorübergehenden Schutz für ukrainische Flüchtlinge im Jahr 2026 beenden

Der polnische Präsident Karol Nawrocki hat ein Gesetz unterzeichnet, das die Sonderschutzprogramme für ukrainische Flüchtlinge bis zum 4. März 2026 verlängert. Nach diesem Datum läuft der seit Beginn des umfassenden Krieges in der Ukraine geltende befristete Schutz aus. Diese Information wurde von der Zeitung „Zakon i Biznes“ unter Berufung auf polnische Quellen veröffentlicht.

Das neue Gesetz ändert einige Bedingungen für den Aufenthalt von Ukrainern in Polen. Insbesondere ist es nun Voraussetzung für den Bezug von Sozialhilfe für Kinder, dass ein Elternteil offiziell in Polen arbeitet und Steuern zahlt. Eine weitere Bedingung ist, dass das Kind eine polnische Bildungseinrichtung besucht, außer im Falle einer Behinderung.

Der Leiter der polnischen Präsidialverwaltung, Zbigniew Bogutski, erklärte, die neuen Beschränkungen würden sich auch auf den Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung und anderen Leistungen für Arbeitslose auswirken. Laut Bogutski sollen diese Änderungen den sogenannten „Sozialtourismus“ aus der Ukraine auf Kosten des polnischen Staatshaushalts verhindern. Nach dem Auslaufen des Sonderschutzes im Jahr 2026 werden ukrainische Staatsbürger wie Ausländer allgemein behandelt, ohne zusätzliche Vergünstigungen. Das neue Gesetz sei das letzte im Rahmen der aktuellen Hilfsregelung, so Bogutski. Zusätzlich zu dem bereits unterzeichneten Gesetz will der polnische Präsident dem Sejm in Kürze zwei weitere Gesetzesentwürfe vorlegen. Der erste betrifft Änderungen der Bedingungen für den Erwerb der polnischen Staatsbürgerschaft: Vorgeschlagen wird, die erforderliche Aufenthaltsdauer im Flüchtlingsstatus von zwei auf zehn Jahre zu verlängern.

Der zweite Gesetzentwurf betrifft ein Verbot der öffentlichen Zurschaustellung von Symbolen der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) sowie die Einführung einer Strafbarkeit für „Versuche, falsche Informationen über die Tragödie in Wolhynien zu verbreiten“.

Analysten gehen davon aus, dass diese Gesetzesinitiativen sowohl die interne Situation ukrainischer Flüchtlinge in Polen als auch die zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen Kiew und Warschau beeinflussen könnten.

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