Im März 2025 leiteten die Strafverfolgungsbehörden ein Strafverfahren (Nr. 42025102100000049) wegen des Verdachts der rechtswidrigen Aneignung eines Grundstücks im Kiewer Galerna Bukhta . Die Polizei ermittelt in dem Fall und prüft die Rechtmäßigkeit der Registrierungsmaßnahmen sowie die Gründe für weitere Landkäufe.
Im Fokus der Ermittlungen steht das in der Ukraine registrierte Unternehmen „Galion LTD Plus“. Laut den Ermittlungen trug das Unternehmen zwei Immobilien mit einer Fläche von 156,5 m² bzw. 109,2 m² unter der Adresse Naberezhno-Korchuvatska 37 in das staatliche Register ein. Auf Grundlage dieser Angaben beantragte das Unternehmen beim Kiewer Stadtrat die Zuteilung eines etwa ein Hektar großen Grundstücks – einer Grünfläche mit Strandabschnitt und der Katasternummer 8000000000:90:019:0149.
Die Untersuchung prüft, ob die fraglichen Gebäude tatsächlich existierten oder ob es sich um sogenannte eingetragene Immobilien handelt – ein Mechanismus, bei dem die Eintragung von Daten in das Grundbuch die Grundlage für die Eintragung von Rechten an einem Grundstück unter vermeintlich bestehenden Objekten schaffen kann. In solchen Fällen tauchen zunächst Einträge über die Gebäude auf, woraufhin das Verfahren zur Übertragung des Grundstücks eingeleitet wird.
Die Firma „Galion LTD Plus“ ist auf den Namen von Anna Kramarenko eingetragen. Ihr Ehemann, Oleksandr Kramarenko, ist in der Hauptstadt geschäftlich tätig. Bereits 2018 übertrug der Kiewer Stadtrat ein benachbartes, 0,6 Hektar großes Grundstück an die mit ihm verbundene Firma „RK Galera“. Grundlage für diese Entscheidung war damals das Vorhandensein des Grundstücks in den Unterlagen.
RK Galera hatte zuvor Land in der Nähe dieses Gebiets erworben, was den Hintergrund für die laufenden Ermittlungen bildet. Die Ermittler prüfen nun, ob es sich bei den neuen Anlagen um tatsächliche Bauvorhaben handelt oder ob sie als legales Mittel zur Ausweitung der Kontrolle über das Küstengebiet genutzt wurden.
Es handelt sich um einen öffentlichen Raum im Küstenbereich der Stadt, der als Grünzone und Strand ausgewiesen ist. Sollte die Untersuchung ergeben, dass dort keine Bebauung vorliegt, könnte der Fall als Beispiel für die Nutzung von Registrierungsmechanismen zur Änderung des Grundstücksstatus innerhalb der Hauptstadt dienen. Bestätigen sich die Bauvorhaben hingegen, stellt sich die Frage nach der Rechtmäßigkeit weiterer Verfahren zur Übertragung des Grundstücks.
Die Ermittlungen dauern an. Die Strafverfolgungsbehörden analysieren Dokumente, technische Unterlagen und die Gründe für die Dateneingabe in das Register sowie die Umstände der Beschwerde bei den städtischen Behörden.

