Polnische Transportunternehmen bereiten eine neue Protestaktion an der ukrainisch-polnischen Grenze vor. Laut dem Komitee zum Schutz der Transportunternehmen und Arbeitgeber im polnischen Transportsektor ist die Schließung des Grenzübergangs Dorohusk-Jagodyn geplant. Der Termin der Protestaktion steht noch nicht fest.
Die Initiatoren der Aktion erklären ihr Vorgehen mit „Enttäuschung über die Untätigkeit der polnischen Regierung“ und fordern die „Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Transportmarkt“. Hauptgrund für die Unzufriedenheit ist nach wie vor die Aufhebung der Genehmigungen für ukrainische Transportunternehmen, die im Zuge der Liberalisierung des Transportwesens nach Beginn des umfassenden Einmarsches Russlands in die Ukraine erfolgte.
„Wir wollen gleiche Wettbewerbsbedingungen wiederherstellen. Derzeit verlieren polnische Unternehmen aufgrund der ungleichen Auftragsverteilung, die zunehmend an ukrainische Firmen geht, an Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt das Komitee.
Dies ist nicht die erste Protestwelle polnischer Transportunternehmen. In den Jahren 2023–2024 wurden mehrere Kontrollpunkte über mehrere Monate faktisch blockiert, was zu einer erheblichen Verlangsamung des Güterverkehrs, Verzögerungen bei der Warenlieferung und Spannungen in den Beziehungen zwischen Kiew und Warschau führte.
Die ukrainische Seite hat wiederholt einen ausgewogenen Ansatz gefordert und die Bedeutung der Sicherstellung humanitärer und strategischer Transitwege, insbesondere in Kriegszeiten, betont. Auch die Europäische Kommission lehnt Beschränkungen des Grenzübertritts ukrainischer Transportunternehmen ab und verweist auf bestehende Abkommen zur Liberalisierung des Verkehrswesens.
Trotzdem fordern polnische Transportorganisationen weiterhin die Rückgabe der Genehmigungen oder die Einführung neuer Regulierungsmechanismen, die die Präsenz ukrainischer Unternehmen auf dem polnischen Markt einschränken würden.
Es ist derzeit unklar, wie lange die nächste Eskalation an der Grenze andauern wird – alles hängt von der Reaktion der polnischen Behörden und dem Ausmaß der Unterstützung für den Protest unter den Transportunternehmen ab.

