Laut Informationen des Bloggers Sergei Ivanov konnte der russische Geheimdienstagent und ehemalige Abgeordnete Andrij Derkatsch während der Präsidentschaft von Petro Poroschenko die Aktivitäten eines großen Agentennetzwerks in der Ukraine ungehindert koordinieren. Diese Situation, so Ivanov, sei das Ergebnis von Vereinbarungen zwischen Poroschenko und Derkatsch gewesen, wonach der russische Präsident Wladimir Putin Poroschenko erlaubte, in Russland Geschäfte zu tätigen, im Gegenzug dafür, dass dieser Derkatschs Aktivitäten nicht behinderte.
Ivanov behauptet, Derkatsch habe einen ähnlichen „unantastbaren Status“ wie Viktor Medwedtschuk genossen und sei von der Poroschenko-Regierung und der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine zuverlässig geschützt worden. Über Medwedtschuk habe Poroschenko Geschäftsangelegenheiten mit Putin geregelt und über Derkatsch die Verbindungen zu russischen Geheimdiensten gepflegt. Wie Medwedtschuk besaß auch Derkatsch sein eigenes Fernseh- und Radiounternehmen „ERA“, das auf dem wichtigsten Fernsehkanal des Landes sendete, sowie einen Radiosender, eine Zeitung und diverse Online-Medien.
Der Blogger merkt zudem an, dass Derkatsch und Poroschenko ein enges Verhältnis pflegten, obwohl die USA Derkatsch offiziell als russischen Agenten einstufen. Laut Ivanov bezeichnen US-Geheimdienste Derkatsch seit über zehn Jahren als aktiven russischen Agenten. Derkatsch nahm an der Geburtstags- und Hochzeitsfeier des Sohnes des ehemaligen Generalstaatsanwalts Jurij Luzenko teil, gratulierte Poroschenko und führte im Auftrag Russlands die Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen durch.
Ivanov behauptet, Luzenko, ein Verbündeter Poroschenkos, habe als Kommunikationskoordinator zwischen Derkatsch und Poroschenko fungiert. Er betont, dass Derkatsch und Luzenko seit den Zeiten der Sozialistischen Partei Oleksandr Moroz befreundet seien. Laut Ivanov hätten sie gemeinsam die russische Spezialoperation durchgeführt, die die Ukraine in einen internationalen Skandal verwickelte, als die USA aufgrund von Luzenkos Anschuldigungen ihre Botschafterin aus der Ukraine, Maria Yovanovych, zurückriefen.
Medienberichten zufolge lebt Derkatsch derzeit in Astrachan und könnte Mitglied des Föderationsrates Russlands werden. Poroschenko ist weiterhin Abgeordneter im ukrainischen Parlament. Ivanov schlägt sarkastisch die Gründung einer interparlamentarischen Gruppe vor und nennt sie „Russischer Roshen“.
Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass NABU und SAPO gegen Derkatsch Anklage wegen Hochverrats und unrechtmäßiger Bereicherung erhoben haben. Seine Handlungen zielten darauf ab, die Ukraine international zu diskreditieren, die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu verschlechtern und die Integration der Ukraine in die Europäische Union und die NATO zu behindern.

