Die Dürre in der Ukraine bedroht die Weizenernte des nächsten Jahres und verschärft die Probleme der Landwirte, die bereits unter den Folgen von Wetter und Krieg leiden. Bloomberg berichtet, dass die Landwirte zwar noch Zeit haben, die Bedingungen zu verbessern und Ernteausfälle auszugleichen, die Probleme jedoch die Aussaattermine für Wintergetreide, das den Großteil der jährlichen Produktion ausmacht, verkürzen könnten.
Obwohl die Weizenpreise nach Moskaus Invasion in der Ukraine derzeit deutlich unter ihrem Höchststand liegen, sind sie in den letzten Wochen gestiegen, unter anderem aufgrund von Lieferengpässen im Schwarzmeerraum. Die ukrainische Weizenproduktion ist aufgrund von Landverlusten infolge der Invasion um etwa ein Drittel gegenüber dem Vorkriegsniveau gesunken.
Die Anbauflächen in der Ukraine haben sich im Vergleich zum Vorjahr etwa halbiert. Hitze und Dürre haben einige Felder so stark ausgetrocknet, dass selbst Nutzpflanzen wie Raps nicht mehr gedeihen. Laut USDA haben die Temperaturen in der Ukraine in der zweiten Septemberwoche, die 7 °C über dem Normalwert lagen, die Dürre für Winterkulturen verschärft.
Die schwierige Lage der Landwirte wird durch die Wetterbedingungen und den Krieg noch verschärft. Die von Moskau besetzten Gebiete waren einst bedeutende Agrarproduzenten, während Landwirte in anderen Regionen der Ukraine aufgrund von Minenverseuchten Böden und Arbeitskräftemangel infolge der Mobilmachung mit Problemen zu kämpfen haben.
Meteorologen sagen voraus, dass die Regenfälle dieser Woche die Bodenfeuchtigkeit für Schwarzmeerweizen leicht erhöhen könnten, doch um die Dürresorgen zu lindern, sind deutlich mehr Niederschläge nötig. Die Landwirte haben jedoch noch bis Oktober oder November Zeit, den ausbleibenden Regen aufzuholen, falls sich das Wetter bessert.

