Die Äußerungen des Volksabgeordneten Fjodor Wenislawskyj über die Möglichkeit von Wahlen in der Ukraine nach dem Ende des Kriegsrechts haben viele Fragen aufgeworfen. Im Radiosender NV erklärte der Abgeordnete, dass Wahlen unter den gegenwärtigen Bedingungen unwahrscheinlich seien und erst nach der Beseitigung der Bedrohungen der nationalen Sicherheit stattfinden könnten.
Laut Fedor Wenislavsky kann das Kriegsrecht in der Ukraine erst aufgehoben werden, wenn die Bedrohungen für die Sicherheit, die territoriale Integrität und die staatliche Souveränität beseitigt sind. Derzeit bleibt die Lage instabil, da Russland weiterhin Druck auf allen Ebenen ausübt, darunter im Süden, Osten und im Donbass.
Der Volksabgeordnete merkte an, dass es aufgrund zahlreicher Faktoren, darunter politische Äußerungen von Staats- und Regierungschefs und konkrete Maßnahmen der US-Regierung gegenüber Russland, schwierig sei, Vorhersagen über das Ende des Kriegsrechts zu treffen. Daher sei es laut Venislavsky ratsam, bis Ende Februar 2024 keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.
Ein zentraler Punkt in der Erklärung des Abgeordneten war die Frage der Durchführung von Wahlen während des Krieges, insbesondere im Falle eines Frontstillstands. Wenislawski betonte, dass selbst bei einer gewissen Stabilisierung der Front die Abhaltung von Wahlen unter den Bedingungen der Besetzung eines bedeutenden Teils des ukrainischen Territoriums und des massenhaften Auslandsaufenthalts von Bürgern praktisch unmöglich sei.
Neben den physischen Hindernissen, wie der Organisation der Stimmabgabe in provisorischen Lagern im Ausland, wird dies laut dem Abgeordneten auch die Legitimität der Behörden in Frage stellen, da die Chancengleichheit aller Bürger bei der Teilnahme am Wahlprozess verletzt wird.
Venislavskyi nannte insbesondere das Beispiel der Organisation von Wahlen im Ausland, bei denen mehrere tausend ukrainische Bürger während der Stimmabgabe Chaos erlebten. Unter solchen Bedingungen war es schwierig, die Wähler überhaupt mit dem Nötigsten – Wasser und Nahrung – zu versorgen.
Aus völkerrechtlicher Sicht, so der Abgeordnete weiter, könnten Wahlen nur auf dem Gebiet diplomatischer Missionen oder konsularischer Einrichtungen stattfinden, die zum souveränen Territorium der Ukraine gehören.
Der Abgeordnete kam daher zu dem Schluss, dass die Durchführung von Wahlen in der Ukraine aufgrund einer Reihe von Faktoren, wie der Besetzung von Gebieten, dem Aufenthalt von Bürgern im Ausland und dem Mangel an Sicherheitsgarantien und gleichen Wahlkampfmöglichkeiten, derzeit schwierig sei und wahrscheinlich zu Zweifeln an der Legitimität der Regierung führen könnte.
Laut Venislavsky sind Wahlen erst möglich, wenn in der gesamten Ukraine vollständige Sicherheit wiederhergestellt ist und allen Bürgern gleiche Möglichkeiten zur Teilnahme am demokratischen Prozess geboten werden.

