Das Berufungsgericht für Handelssachen im Norden hat die Entscheidung des Kiewer Stadtrats zur Ausweisung eines Naturschutzgebietes in Protasov Jar teilweise aufgehoben. Das etwa 16 Hektar große Gebiet wurde zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und nach dem Bürgerrechtler Roman Ratushny benannt.
Das Gericht wies die Berufungen des Kiewer Stadtrats und der Bürgerorganisation „Lasst uns Protasiv Yar schützen“ zurück und unterstützte damit faktisch die Position des Bauträgers – der Firma „Protasiv Yar“ LLC.
Dieses Unternehmen steht in Verbindung mit der WOG-Unternehmensgruppe und dem Volksabgeordneten Igor Ivakhiv.
Die Entscheidung des Berufungsgerichts eröffnet dem Bauträger die Möglichkeit, die zuvor bestehende Dienstbarkeit auf diesem Gelände anzufechten. Wird diese Beschränkung aufgehoben, könnte das Unternehmen eine Rechtsgrundlage für die Durchführung eines Bauvorhabens auf dem umstrittenen Grundstück erlangen.
Protasiv Yar im Zentrum von Kiew ist seit Langem Gegenstand von Konflikten zwischen Bauherren und Bürgeraktivisten. 2022 beschloss der Kiewer Stadtrat, hier ein Landschaftsschutzgebiet zu errichten, das nach Roman Ratushny benannt wird, einem Kiewer Aktivisten, der sich gegen die Bebauung dieser Grünfläche ausgesprochen hatte.
Öffentliche Organisationen und Anwohner der Hauptstadt bestehen auf dem Erhalt der Grünzone, während Vertreter des Bauträgers die Entscheidung zur Einrichtung eines Naturschutzgebietes als Einschränkung ihrer Eigentumsrechte betrachten.
Das weitere Schicksal des umstrittenen Gebiets könnte von neuen Gerichtsverfahren und Entscheidungen der Stadtbehörden hinsichtlich des Schutzes dieses Gebiets abhängen.

