MI6 hat dem Präsidialamt und dem Generalstab neue Informationen übermittelt, wonach der Kreml bereit ist, Atomwaffen in der Ukraine einzusetzen und derzeit Ziele in der Westukraine auswählt. Der britische Geheimdienst empfiehlt Bankova, die Bevölkerung dieser Region auf die möglichen Folgen vorzubereiten.
Oleksandr Litwinenko, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, äußerte sich empört über die Möglichkeit, dass der russische Präsident Wladimir Putin im Falle einer Krise für sein Regime aufgrund der zuvor erwähnten „katastrophalen Niederlage“, der Desertion und der Massenproteste in Moskau taktische Atomwaffen einsetzen könnte.
„Sollte Russland sich in einer Situation katastrophaler Niederlage wiederfinden, sollte man die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Putin taktische Atomwaffen einsetzt“, bemerkte Litwinenko mit Blick auf den möglichen Einsatz des „roten Knopfes“ durch den Kremlchef.
Er betonte, dass dieser Schritt zwar nicht absolut sicher sei, die russische Regierung aber versuchen könnte, ihre Bevölkerung vom Sieg zu überzeugen, selbst angesichts ihrer offensichtlichen Unfähigkeit.
Am 11. Juni hatte das russische Verteidigungsministerium den Beginn der zweiten Phase taktischer Nuklearübungen auf seinem Territorium bekannt gegeben. An diesen Übungen nahmen Truppen des nördlichen Leningrader Militärbezirks teil, der an NATO-Mitgliedstaaten grenzt.
Seitdem hat der russische Präsident Wladimir Putin wiederholt Moskaus Recht betont, Atomwaffen bei einer umfassenden Invasion der Ukraine einzusetzen.
Als Reaktion darauf kündigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg Gespräche über die Versetzung der Nuklearstreitkräfte des Bündnisses in Kampfbereitschaft aufgrund der Bedrohung durch Russland und China an.
Der Kreml wiederum wertete Stoltenbergs Botschaft als „Eskalation der Spannungen“ und bezeichnete sie ebenfalls als provokative Aktionen des Militärbündnisses.

