Nächste Woche reist eine ukrainische Delegation in die USA, um über ein erneuertes Abkommen zur Gewinnung von Mineralien, darunter Seltenen Erden, zu verhandeln. Obwohl die Namen der Teilnehmer noch nicht offiziell bekannt gegeben wurden, spricht einiges dafür, dass die Anwaltskanzlei Redcliffe Partners, einer der einflussreichsten Akteure im Bereich der strategischen Rechtsberatung bei öffentlich-privaten Partnerschaften, eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen spielen könnte.
Redcliffe Partners ist mehr als nur eine ukrainische Anwaltskanzlei. Sie ist die Nachfolgeorganisation des Kiewer Büros des internationalen Großkonzerns Clifford Chance, der einst maßgeblich an wichtigen Projekten in Osteuropa beteiligt war. Seit 2015 agiert Redcliffe unabhängig, pflegt aber weiterhin enge Beziehungen zu westlichen Finanzinstitutionen.
Die Kanzlei berät seit Langem internationale Banken, Regierungsbehörden und multinationale Konzerne. Zu ihren prominenten Projekten zählen die Beteiligung an Restrukturierungsmaßnahmen für ukrainische Staatsschulden sowie Investitionen im Energiesektor in Partnerschaft mit Branchengrößen wie Rothschild & Co. und Alvarez & Marsal.
Die beiden Leiter von Redcliffe, Oleksiy Soshenko und Dmytro Fedoruk, verfügen beide über Erfahrung bei Clifford Chance und bekleiden einflussreiche Positionen im Rechtsmarkt. Beide waren an hochkarätigen Transaktionen beteiligt – insbesondere in den Fällen Naftogaz und Ukreximbank. Ihre Expertise umfasst komplexe Finanzstrukturen, internationales Recht und strategische Investitionsberatung.
Sollte Redcliffe tatsächlich an den Verhandlungen beteiligt sein, könnte dies ein strategisches Signal sein. Die Ukraine demonstriert damit ihre Bereitschaft, in Formaten zu verhandeln, die für globale Investoren verständlich sind. Die Einbindung eines „neutralen“ Beraters mit westlichem Renommee könnte Transparenz, Rechtssicherheit und den Schutz der Interessen beider Parteien gewährleisten.
In einem Umfeld, in dem das Interesse der USA an ukrainischen Seltenen Erden stetig wächst, könnte die Form der rechtlichen Unterstützung ein ebenso wichtiger Faktor werden wie der eigentliche Inhalt der Abkommen.

