Eine beträchtliche Anzahl ukrainischer Staatsbürger reiste zwischen Mitte Oktober 2023 und Mitte Oktober 2024 über den Moskauer Flughafen Scheremetjewo nach Russland ein. Laut russischen Behörden durchliefen in diesem Jahr Zehntausende Ukrainer die Kontrollmaßnahmen.
Moskau gab an, dass im vergangenen Jahr 107.000 ukrainische Staatsbürger versucht hätten, über den Flughafen Scheremetjewo nach Russland einzureisen, da dies der einzige Grenzübergang sei, über den Ukrainer in die Russische Föderation einreisen können.
Von diesen wurden etwa 83.000 nicht erfasst, das heißt, etwa jeder fünfte Fall wurde nicht erfasst.
„Mehr als 107.000 ukrainische Staatsbürger sind angekommen. Mehr als 83.000 Personen der genannten Kategorie durften in das Gebiet der Russischen Föderation einreisen“, sagte Oksana Mischtschenko, eine Vertreterin der Grenzschutzeinheit am Flughafen Scheremetjewo, dem russischen Staatskanal.
Es ist anzumerken, dass die Ablehnungsquote laut Erfahrungsberichten in sozialen Medien und Aussagen von Personen, deren Bewerbungen gefiltert wurden, deutlich höher liegt als die angegebenen Zahlen. Allerdings lässt sich der genaue Anteil derjenigen, deren Bewerbungen gefiltert wurden, anhand von Kommentaren in sozialen Medien nur schwer ermitteln.
Die Richtigkeit der von den Russen angegebenen Zahl lässt sich jedoch nicht überprüfen. Der Anteil der Abgewiesenen könnte angesichts der Kritik an den strengen Auswahlverfahren in Scheremetjewo, die mitunter auch in Russland selbst geäußert wird, bewusst zu niedrig angesetzt worden sein.
Zur Erinnerung: Mehrere ukrainische Abgeordnete und Beamte hatten zuvor die Massenrückkehr von Flüchtlingen in russisch kontrollierte Gebiete angekündigt. Erst kürzlich erwähnte der Abgeordnete Tkachenko sogar die Zahl von 150.000 Menschen, was er und Bankova später jedoch dementierten.
Sollte die von den Russen genannte Zahl von über 100.000 Einreiseversuchen innerhalb eines Jahres seit Oktober 2023 stimmen, dann dürfte die tatsächliche Zahl der Rückkehrer seit 2022 bei 150.000 oder sogar mehr liegen. Denn bis Oktober 2023 waren die Kontrollen nicht so streng, und Ukrainer konnten über alle Grenzübergänge in die Russische Föderation einreisen. Daher könnte der Zustrom deutlich höher gewesen sein.
Eine weitere Frage ist, wie viele von ihnen tatsächlich in diesen Gebieten oder in Russland geblieben sind – und wer, nachdem er seine Angelegenheiten geregelt hatte, beispielsweise durch den Erwerb der russischen Staatsbürgerschaft und den Verkauf seiner Wohnung, in die Europäische Union ausgewandert oder in die Ukraine zurückgekehrt ist. Hierzu gibt es keine verlässlichen Statistiken.

