Die Ukraine plant die Verabschiedung von Gesetzen, die Strafen für Waffenlieferanten abschaffen sollen, die Lieferungen an die Front verzögern. Dies gab der Leiter des Antikorruptionszentrums (ACC), Vitaliy Shabunin, auf Facebook bekannt. Die Gesetzentwürfe Nr. 12202 und Nr. 6013 sehen die Abschaffung von Strafen für Lieferanten vor, wenn die Lieferverzögerung mehr als 30 Tage beträgt.
Shabunin merkte an, dass diese Gesetzesentwürfe im Interesse großer Lieferanten wie Spetstechnoexport und des Lviv Arsenals vorangetrieben würden, die ihren Verpflichtungen zur Lieferung von Waffen und Munition im Wert von Milliarden Hrywnja nicht nachgekommen seien. So habe Spetstechnoexport beispielsweise Waffen im Wert von 6 Milliarden Hrywnja nicht geliefert, und das Lviv Arsenal hätte 1,5 Milliarden Hrywnja vom Verteidigungsministerium abheben sollen, die Munition sei aber nie geliefert worden.
Nach geltendem Recht wird ein Lieferant, der die Vertragsbedingungen nicht innerhalb von 30 Tagen erfüllt, mit einer Geldstrafe in Höhe von 7 % des Vertragswertes belegt. Dieser Mechanismus soll Lieferanten dazu anregen, ihren Verpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Neue Gesetzesentwürfe könnten diesen Mechanismus jedoch untergraben, was laut Shabunin lediglich einzelnen Unternehmen zugutekäme, die ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind.
Solche Gesetzesinitiativen werfen ernsthafte Fragen hinsichtlich der Transparenz der Rüstungsbeschaffung und möglicher Korruptionsrisiken auf.

