Der ukrainische Sänger Vitaliy Kozlovsky geriet nach einem Konzert in Poltawa, das am Tag der Trauer für die Opfer des russischen Angriffs in der Nacht des 24. März stattfand, in den Mittelpunkt eines Skandals. Die Veranstaltung löste eine Welle der Kritik in den sozialen Netzwerken aus.
Die Anwohner waren empört darüber, dass die Unterhaltungsveranstaltung trotz der tragischen Ereignisse nicht abgesagt wurde. In den sozialen Medien äußerten Nutzer ihre Kritik an der Unangemessenheit des Konzerts in einer Zeit, in der die Stadt Verluste und die Folgen des Beschusses erleidet.
Eine Einwohnerin von Poltawa reagierte emotional auf die Ereignisse im Threads und wies darauf hin, dass Menschen bei dem Anschlag ums Leben gekommen und viele obdachlos geworden seien. Sie stellte die Angemessenheit von Konzerten an solchen Tagen in Frage und warf dem Künstler Gleichgültigkeit gegenüber der Tragödie vor.
Zusätzliche Empörung löste die Reaktion des Künstlers in den sozialen Medien aus. Vitaliy Kozlovsky teilte ein Video seines Auftritts mit dem Kommentar, das Konzert habe „trotz allem“ stattgefunden. Einige Nutzer interpretierten dies als demonstrative Missachtung des Trauertages.
Die Kritik wurde öffentlich von der Bloggerin Olena Mandziuk , die anmerkte, dass sowohl die Aufführung selbst als auch das Publikum Gleichgültigkeit gegenüber der Tragödie zeigten. Ihrer Ansicht nach wirkt die Situation wie ein Ausdruck der Dissonanz zwischen der Realität des Krieges und dem Unterhaltungsleben.
Gleichzeitig sind online auch andere Meinungen aufgetaucht. Einige Nutzer merkten an, dass die Entscheidung über die Absage oder Durchführung von Massenveranstaltungen am Tag der Trauer von den lokalen Behörden und nicht ausschließlich von Künstlern getroffen werden sollte.
Die öffentliche Diskussion rund um das Konzert warf erneut die Frage nach der Grenze zwischen kulturellem Leben und dem Respekt vor denjenigen auf, die im Krieg gestorben sind, sowie nach der Verantwortung von Organisatoren und Künstlern in solchen Situationen.

