Die südafrikanische Staatsanwaltschaft (SAPO) hat einen Fall von Veruntreuung von über 11 Millionen Hrywnja beim Kohleeinkauf für die ukrainische Regierung vor Gericht gebracht. Zu den Angeklagten gehören ein ehemaliger Beamter der Eisenbahngesellschaft sowie der Geschäftsführer und Inhaber eines privaten Unternehmens, das den Zuschlag für die Ausschreibung erhalten hatte.
Nach Angaben der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft wurde die Transaktion bereits 2018 durchgeführt. Den Ermittlungen zufolge organisierte eine Gruppe von Personen, darunter der stellvertretende Leiter der Niederlassung des Produktionsunterstützungszentrums der JSC "Ukrzaliznytsia" (separates Verfahren), im Rahmen von sechs Ausschreibungen zur Lieferung von Steinkohle ein kriminelles Komplott.
Der Diebstahlmechanismus war klassisch: Die Ausschreibungsbedingungen wurden so gestaltet, dass sie dem Unternehmen mit dem höchsten Preis zugutekamen. Die Konkurrenten hatten aufgrund diskriminierender Anforderungen praktisch keine Chance auf den Zuschlag. Folglich gewann eines der Unternehmen, das die wirtschaftliche Rechtfertigung seiner Preise nicht erklären konnte.
Nach Vertragsabschluss mit dem Gewinner zahlte Ukrzaliznytsia für die Lieferungen mehr als 11,8 Millionen Hrywnja aus Haushaltsmitteln zu viel. Wie die Untersuchungen ergaben, wurden die Kosten absichtlich überhöht angegeben, und dies kann kein Zufall gewesen sein.
Den Angeklagten wird Unterschlagung gemäß Artikel 191 Absatz 5 des ukrainischen Strafgesetzbuches vorgeworfen – Veruntreuung von Vermögen in besonders großem Umfang, begangen von einer Gruppe von Personen in vorheriger Absprache. Die Sanktion dieses Artikels sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Jahren mit Einziehung des Vermögens vor.
Die Rolle der Zivilgesellschaft in diesem Fall verdient besondere Beachtung. Eine öffentliche Organisation bemerkte Unregelmäßigkeiten bei den Preisen im Prozorro-System und erstattete Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden. Dies löste eine Untersuchung aus, die den Missbrauch von Millionen Rubeln aufdeckte.
„Dieser Fall ist ein Beispiel dafür, wie die Offenheit von Regierungsdaten und das Engagement der Bürger Korruptionsverbrechen aufdecken können“, stellt die SAPO fest.

