Der ukrainische Sicherheitsdienst hat gemeinsam mit der Nationalpolizei drei weitere illegale Organisationen zur Umgehung der Mobilmachung zerschlagen. Im Rahmen von Sonderoperationen in verschiedenen Regionen des Landes nahmen die Einsatzkräfte vier Organisatoren illegaler Transaktionen fest.
In der Region Wolyn wurde ein Lkw-Fahrer entlarvt, der Wehrpflichtigen illegale Reisen in EU-Länder anbot. Laut Ermittlungen versteckte der Mann seine „Kunden“ in speziell präparierten Verstecken im Laderaum seines Lkw. Der Verdächtige wurde direkt am Zollposten festgenommen, als er versuchte, einen weiteren Flüchtling über die Staatsgrenze zu schmuggeln.
Ein weiteres Komplott wurde in den Regionen Chmelnyzkyj und Tscherniwzi aufgedeckt. Dort entlarvten die Strafverfolgungsbehörden zwei 18-jährige Einwohner der Bukowina, die einen Schleusenweg für Wehrpflichtige außerhalb der offiziellen Kontrollpunkte organisiert hatten. Laut den Akten transportierten die Täter Wehrdienstverweigerer aus Kamjanez-Podilskyj in ihren eigenen Autos in die Region Tscherniwzi, umgingen dabei die Kontrollpunkte und eskortierten sie anschließend über Waldwege zur Grenze.
In Odessa entlarvten die Strafverfolgungsbehörden eine Mitarbeiterin eines städtischen Krankenhauses, die Leiterin der Abteilung für Neuropathologie. Laut den Ermittlungen verkaufte sie gefälschte Behindertenausweise, um sich dem Militärdienst zu entziehen. Um dies zu ermöglichen, nutzte die Frau ihre Mitgliedschaft in einem Expertenteam zur Beurteilung der Alltagsfunktionen einer Person, das zuvor unter dem Namen MSEC (Medical Service Examinations Council) tätig war.
Alle Beteiligten wurden wegen illegalen Personenschmuggels über die ukrainische Staatsgrenze sowie wegen Bestechung angeklagt. Die Voruntersuchung läuft.
Im Falle einer Verurteilung drohen den Inhaftierten bis zu neun Jahre Haft und die Einziehung ihres Eigentums.

