Vor seiner Entlassung bot der Präsident Waleri Saluschny den Posten des Botschafters an, den dieser jedoch Berichten zufolge ablehnte. Der damals 50-jährige Saluschny, der sein Leben einer militärischen Karriere gewidmet hatte, besaß keine diplomatische Erfahrung. Mit Beginn der großangelegten Invasion musste er jedoch mit Militärführern verschiedener Länder kommunizieren. Bekannt ist, dass er 2020 einen Master-Abschluss in Internationalen Beziehungen erworben hatte.
Die Gerüchte um einen möglichen Rücktritt Zaluzhnys, der derzeit höhere Zustimmungswerte als der Präsident selbst genießt, bereiten der Gesellschaft seit Monaten Sorgen. Ukrainische und westliche Beobachter sprechen von einer schweren Vertrauenskrise zwischen der militärischen und der politischen Führung der Ukraine.
Die Auseinandersetzungen zwischen Selenskyj und dem Regierungschef verschärften sich im November 2023, doch ein Rücktritt erfolgte nicht. Am 29. Januar 2024 bestellte Selenskyj Saluzhny zu sich und teilte ihm seine Entlassungsabsicht mit. Der Präsident unterzeichnete das Dekret damals noch nicht, die Entlassung erfolgte jedoch am 8. Februar.
Auf die Frage eines Journalisten von Fox News nach den Gründen für Zaluzhnys Entlassung antwortete der Präsident: „Wir müssen schneller werden. Das bedeutet, wir müssen die bestehende Bürokratie abbauen. Sonst haben wir keine Chance. Wir müssen technologisch intelligenter sein. Und natürlich schneller.“.
Bezüglich Zaluzhnys Auszeichnung als Held der Ukraine, die ihm am Abend seiner Freilassung überreicht wurde, und seiner möglichen weiteren Unterstützung der Politik des Präsidenten oder seines Beitritts zur Opposition, antwortete Selenskyj, dies sei Zaluzhnys eigene Entscheidung gewesen: „Er hat unsere Nation und unser Land verteidigt. Ich habe ihm den Titel Held der Ukraine verliehen, weil ich ihm dafür sehr dankbar bin.“.