Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erstmals den Inhalt eines 20-Punkte-Friedensplans skizziert, der derzeit zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten, europäischen Partnern und Russland verhandelt wird. Er erklärte, das Dokument sei ein vorläufiger Entwurf eines grundlegenden politischen Plans zur Beendigung des Krieges und lege Rahmenprinzipien fest, die durch weitere Abkommen und Dokumente ergänzt werden könnten.
Selenskyj betonte, dass Russlands Reaktion nach den Konsultationen mit den Vereinigten Staaten über das weitere Vorgehen und mögliche Zeitrahmen für Entscheidungen entscheiden werde. Die Ukraine sei bereit für ein Treffen auf Führungsebene, um die heikelsten Fragen, einschließlich territorialer, zu erörtern.
Die ersten Punkte des Plans betreffen die Bestätigung der Souveränität der Ukraine, den Abschluss eines Nichtangriffspakts und die Gewährleistung starker Sicherheitsgarantien für das Land, einschließlich der Beteiligung der Vereinigten Staaten, der NATO und europäischer Staaten. Weitere Punkte sind die gesetzliche Verankerung der russischen Nichtangriffspolitik, der EU-Beitritt der Ukraine, ein umfangreiches globales Entwicklungspaket, die Schaffung von Fonds für den wirtschaftlichen Wiederaufbau und der Abschluss eines Freihandelsabkommens mit den Vereinigten Staaten.
Einzelne Punkte sind dem Kernkraftwerk Saporischschja, der Durchführung von Bildungsprogrammen zur Überwindung von Rassismus und Vorurteilen sowie der Frage der Territorien und der Garantie ihres unverletzlichen Status gewidmet. Der Plan sieht außerdem die Freiheit der Schifffahrt auf dem Dnepr und im Schwarzen Meer, die Einrichtung eines humanitären Komitees für den Austausch von Kriegsgefangenen und zivilen Geiseln, die Abhaltung von Wahlen, die Rechtsverbindlichkeit des Abkommens und einen sofortigen, vollständigen Waffenstillstand nach dessen Ratifizierung vor.
Das Dokument sieht vor, dass das Abkommen nach seiner Unterzeichnung der Werchowna Rada und/oder einem gesamtukrainischen Referendum zur Ratifizierung vorgelegt werden muss und dass die Sicherheitsgarantien erst nach der vollständigen Zustimmung aller Parteien in Kraft treten.

