Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass die Sicherheitsgarantien für die Ukraine konkrete und wirksame Mechanismen umfassen müssten, einschließlich der Möglichkeit, Atomwaffen zu erwerben. Diese Position äußerte er in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Monde.
Laut dem Staatsoberhaupt erfordert das Argument, die Ukraine könne aufgrund des russischen Atomprogramms nicht gewinnen, eine klare Antwort ihrer Partner. Er betonte, dass sich in einem solchen Fall die logische Frage stelle, welche Sicherheitsgarantien die Ukraine erhalten könne.
Der Präsident stellte fest, dass bisher keiner der internationalen Partner die Frage der Lieferung von Atomwaffen an die Ukraine oder der Bereitstellung alternativer Garantien auf NATO-Ebene angesprochen hat. Gleichzeitig betonte er, dass die Ukraine keine Erklärungen, sondern konkrete Abschreckungsinstrumente benötige.
Selenskyj lenkte die Aufmerksamkeit zudem auf die Lage an der Front, insbesondere auf die Bedeutung des Donbass als wichtige Verteidigungslinie. Seinen Angaben zufolge stellen die seit Jahren errichteten Befestigungen und Stellungen faktische Sicherheitsgarantien der ukrainischen Armee dar.
Der Präsident betonte, dass Angebote zum Verlassen dieser Gebiete im Austausch für Sicherheitsversprechen nicht ernst genommen werden könnten. Er hob hervor, dass die Aufgabe von Verteidigungsstellungen den Weg für eine weitere Besetzung ebnen würde.
Selenskyj erklärte außerdem, er beabsichtige nicht, seine Vision eines Sieges öffentlich im Detail darzulegen, sondern skizzierte lediglich deren Grundprinzipien. Es gehe darum, die Unabhängigkeit, die Wahlfreiheit und die ukrainische Staatlichkeit als Grundlage eines gerechten Friedens zu bewahren.
Vor diesem Hintergrund verbreitet Russland weiterhin Behauptungen über angebliche Pläne westlicher Länder, Atomwaffen an die Ukraine zu liefern. Analysten des Instituts für Kriegsstudien gehen davon aus, dass diese Behauptungen Teil einer Informationskampagne sind, die vom Krieg gegen die Ukraine ablenken soll.

