Sergej Lawrow gab Tucker Carlson ein Interview: die Hauptthesen des russischen Außenministers

Der russische Außenminister Sergej Lawrow gab dem bekannten amerikanischen Journalisten Tucker Carlson ein Interview. In dem Gespräch sprach Lawrow über seine Sicht auf den russischen Krieg in der Ukraine, die Beziehungen zum Westen und entwarf Szenarien für die weitere Entwicklung der internationalen Lage.

Hauptaussagen:

1. Zu möglichen Friedensabkommen bezüglich der Ukraine.

Wichtigste Bedingungen, denen Russland möglicherweise zustimmen könnte:

– kein Beitritt der Ukraine zur NATO, keine westlichen Militärbasen in der Ukraine, keine Militärübungen auf ukrainischem Boden mit Beteiligung ausländischer Truppen

– „Es ist notwendig, alle Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen und die Tatsache, dass vier neue Regionen der Russischen Föderation beigetreten sind.“

– Selenskyjs öffentliche Aufhebung des Dekrets, das Verhandlungen mit Putin verbot,

– „Kiew muss seine russlandfeindliche und antirussische Politik aufgeben. Gesetze, die die russische Sprache, die russische Kultur, die russischen Medien und die ukrainisch-orthodoxe Kirche verbieten, sind inakzeptabel. Dies verstößt gegen die Verpflichtungen der Ukraine aus der UN-Charta.“

– Russland ist bereit, zu den Ländern zu gehören, die der Ukraine Sicherheitsgarantien geben werden.

2. Über „Oreshnik“ und Russlands „rote Linien“:

Russland will die Situation nicht verschärfen und hofft, dass sein Signal an die USA in Form des Oreschnik-Tests ernst genommen wurde. Mit dem Test des Oreschnik wollte Russland dem Westen signalisieren, dass es alles tun wird, um seine Interessen zu schützen

– Russland ist bereit, weitere „Botschaften“ an den Westen zu senden, falls dieser aus dem Start von „Oreshnik“ nicht die notwendigen Schlussfolgerungen zieht

– Westliche Aussagen über das Fehlen von „roten Linien“ in Russland und deren Verschiebung seien „ein sehr schwerwiegender Fehler“

Moskau wird bereit sein, alle Mittel einzusetzen, um zu verhindern, dass der Westen Russland eine „strategische Niederlage“ zufügt.

3. Zu den Beziehungen mit den USA und zum Atomkrieg:

Russland wünscht sich normale Beziehungen zu den USA und sieht keinen Grund, warum die Länder nicht zusammenarbeiten können

– „Wir denken nicht an einen Krieg mit den USA, der nuklearer Natur sein könnte. Unsere Militärdoktrin besagt, dass die Vermeidung eines Atomkrieges oberste Priorität hat.“

– Die Formel „kein Atomkrieg“ entspricht den vitalen Interessen Russlands und der USA, es kann dabei keine Gewinner geben

– Russland und die USA befinden sich offiziell nicht im Kriegszustand, was in der Ukraine geschieht, ist ein hybrider Krieg

– Trump ist eine starke Persönlichkeit, die Dinge nicht gern aufschiebt, er ist im Gespräch freundlich, aber das bedeutet nicht, dass er prorussisch ist.

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