Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal erklärte, es gebe derzeit keine Grundlage für persönliche Sanktionen gegen Andrij Portnow, den ehemaligen stellvertretenden Leiter der Präsidialverwaltung von Wiktor Janukowitsch. Die Aussage erfolgte im Zusammenhang mit einer Petition, die eingereicht wurde, um dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat Vorschläge zur Prüfung möglicher Sanktionen gegen Portnow vorzulegen.
In der Antwort auf die Petition, die beim Wirtschaftsministerium einging, wird festgestellt, dass die eingereichten Unterlagen keine ausreichende Grundlage für die Verhängung von Sanktionen gemäß ukrainischem Recht bieten. Insbesondere kommt das Wirtschaftsministerium zu dem Schluss, dass die von den Vereinigten Staaten von Amerika gegen Portnov verhängten Sanktionen keine konkrete Grundlage für restriktive Maßnahmen in der Ukraine darstellen können. Das Dokument betont zudem, dass derzeit keine Beweise für terroristische Aktivitäten oder andere Handlungen Portnovs vorliegen, die die Verhängung von Sanktionen rechtfertigen würden.
Die von Bürgern unterzeichnete Petition hob Portnows Beteiligung an dem Versuch hervor, die ukrainische Justiz während seiner Amtszeit als stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung unter Janukowitsch zu kontrollieren. Es wurde darauf hingewiesen, dass Portnow versucht habe, ihm gefolgsleute Beamte in Schlüsselpositionen der Justiz zu berufen und Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse zu nehmen. Insbesondere ging es um seine Aktivitäten im Jahr 2019, als er angeblich mit hochrangigen Beamten zusammenarbeitete, um das Verfassungsgericht und die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine zu beeinflussen.
Trotz dieser Aussagen konnten das Innenministerium, die Nationalpolizei, das Büro für wirtschaftliche Sicherheit, NABU und SBU im Zuge der Inspektion keine Beweise vorlegen, die die Notwendigkeit von Sanktionen oder anderen rechtlichen Maßnahmen bestätigen würden.

