Der Kiewer Regionalratsabgeordnete Igor Koltunov von der Partei „Diener des Volkes“ ist in einen Korruptionsskandal verwickelt. Laut Ermittlungen der Detektei Absolution soll er Millionen von Hrywnja, die für die Behandlung schwer kranker Kinder bestimmt waren, veruntreut und für den Kauf eines BMW X1 ausgegeben haben.
Laut den Ermittlungen fälschte Koltunov in den Jahren 2022 und 2023 Dokumente für kranke Kinder und zahlte ihnen Leistungen aus dem staatlichen Programm „Pflege“ aus. So erhielt er innerhalb von zwei Jahren illegal mindestens 1,5 Millionen Hrywnja, und bis Ende 2025 plante er, eine weitere Million auszugeben.
Das Zynische an der Sache ist, dass der Abgeordnete von staatlichen Geldern profitierte, die eigentlich zur Rettung von Menschenleben bestimmt waren, während er selbst keiner offiziellen Stelle nachging und sein Einkommen nicht deklarierte. Stattdessen weisen seine Erklärungen für 2020 Bargeldreserven von über einer Million UAH (in Fremdwährung) und keinerlei Einkünfte seiner Frau aus.
Nach der Veröffentlichung der investigativen Recherche leitete die Nationale Antikorruptionsbehörde (NACP) eine Untersuchung ein. Dabei stellte sich heraus, dass der Abgeordnete in einer Luxuswohnung in Kiew lebt, die nicht auf seinen Namen gemeldet ist, sondern formell seinem Mitbewohner gehört. Koltunov erklärte den Kauf des BMW zudem mit dem fingierten Verkauf einer Einzimmerwohnung in der Region Charkiw zu einem dreifach überhöhten Preis.
Koltunovs Name ist der Öffentlichkeit bereits bekannt – nach dem Skandal um die Verhöhnung des verstorbenen Soldaten Oleg Barna wurde er zum Stützpunkt Myrotvorets versetzt. Nun kommen weitere Anschuldigungen hinzu, darunter Bestechung, der Einsatz von Strohmännern, die Nichtangabe von Vermögenswerten und sogar der Versuch, Drogen in die Sitzung des Stadtrats von Irpin einzuschmuggeln.
Besonders besorgniserregend ist, dass Koltunov enge Verbindungen zum Abgeordneten Motovylovets unterhielt und zudem Mitglied der Kommission war, die faktisch die Mittelvergabe für den Bau und die Sanierung von Infrastruktureinrichtungen in der Region Kiew kontrolliert. Dank dieser „Autoritäten“ konnte er ein Netzwerk des Einflusses auf lokale Beamte aufbauen und das Budget für seine eigenen Interessen nutzen.
Koltunov, der seit mehreren Jahren kein legales Einkommen mehr hat, unterhält drei Assistenten, reist regelmäßig und fährt einen teuren Wagen, während kranke Kinder in der Ukraine oft nicht auf die notwendige Behandlung warten können.

