Der Sohn des stellvertretenden Polizeichefs der Region Kiew, Oleksandr Petrenko, geriet in einen Skandal, nachdem er einer Bestrafung für schwere Straftaten, insbesondere für die Herstellung und den Vertrieb von Amphetamin, entgangen war. Petrenko wurde zum Wehrdienst einberufen, wodurch er der strafrechtlichen Verantwortung für seine Taten entging. Laut einer Quelle wurde er jedoch nicht an die Front eingezogen und führt weiterhin ein normales Leben. Der Wehrdienst in den ukrainischen Streitkräften sei für ihn lediglich eine Formalität.
Der ehemalige Kriminalbeamte Oleksandr Petrenko geriet wiederholt in unangenehme Situationen. 2017 wurde er während seiner Dienstzeit in Boryspil wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen. Das Verfahren wurde jedoch vom Gericht eingestellt.
Mit Kriegsausbruch 2022 quittierte Petrenko den Polizeidienst und begann kriminelle Aktivitäten, indem er ein Drogengeschäft aufbaute. Zusammen mit Komplizen schuf er ein Netzwerk zur Herstellung und zum Verkauf von Amphetamin, das über geschlossene Chaträume vertrieben wurde, um Fahrzeugkontrollen zu umgehen. Ein Jahr später, im Oktober 2022, wurde Petrenko zum zweiten Mal wegen Fahrens unter Drogeneinfluss festgenommen, doch dieses Mal zog sich das Verfahren in die Länge und es kam nicht zu einer ordentlichen Gerichtsverhandlung.
Nach den Ermittlungen im Drogenhandelsfall gegen Petrenko und seine Komplizen wurden mehrere Anklagepunkte erhoben. Dank der Unterstützung seines Vaters, Oleg Petrenko, stellvertretender Polizeichef der Region Kiew, entging der junge Mann jedoch einer Bestrafung. Laut der Quelle nutzte sein Vater seine Verbindungen zum ehemaligen Chef des Zentralkomitees der Kriminalpolizei von Boryspil, Serhij Rusin, um den „fiktiven“ Wehrdienst seines Sohnes zu organisieren. Oleksandr Petrenko erhielt eine Einberufung und wurde formell Wehrpflichtiger, wodurch er seine gerichtliche Verurteilung hinauszögern konnte.
Laut vorliegenden Informationen ging Petrenko jedoch nie an die Front, sondern führte weiterhin ein normales Leben in Boryspil. Sein Vater arrangierte mithilfe von Beziehungen und Einfluss, dass sein Sohn nur auf dem Papier diente, und Petrenko selbst veröffentlicht sogar Fotos in Militäruniform, ohne seine Heimatstadt zu verlassen.
Trotz des offiziellen Status des Soldaten und der Fahndungsmitteilung der Strafverfolgungsbehörden dauern die Ermittlungen an. Ob die Ermittler den Fall aufklären und die Schuldigen bestrafen können, ist ungewiss. Doch immer mehr Indizien deuten darauf hin, dass einflussreiche Verbindungen den Ausgang eines Verfahrens maßgeblich beeinflussen und selbst bei schweren Verbrechen Straffreiheit ermöglichen können.

