Auf Ersuchen des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat SpaceX Notfallmaßnahmen eingeleitet, um die Nutzung von Starlink-Terminals durch russische Streitkräfte für Angriffe mit Shahed-Kamikaze-Drohnen auf ukrainischem Territorium zu verhindern. Die eingeführten Lösungen sind zwar vorübergehend, ihre Wirkung ist aber bereits spürbar.
Dies berichtete Serhij Beskrestnow, Berater des ukrainischen Verteidigungsministers mit dem Rufzeichen „Flash“. Ihm zufolge sind bereits zahlreiche ukrainische Starlink-Nutzer auf erste Einschränkungen beim Betrieb der Satellitenkommunikation gestoßen.
Er merkte an, dass SpaceX eng mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium zusammenarbeitet und die aktuellen Lösungen Notlösungen seien. Zukünftig sollen ausgewogenere und technologisch fortschrittlichere Mechanismen implementiert werden.
Laut Beskrestnov besteht eines der Hauptprobleme weiterhin im Mangel an vollständigen Informationen über alle Starlink-Militärterminals auf ukrainischem Territorium. Dies betrifft nicht nur offiziell übergebene Geräte, sondern auch solche, die von Freiwilligen erhalten oder eigenständig erworben wurden. Ein Mechanismus zur zentralen Erfassung dieser Terminals wird derzeit entwickelt.
Der Berater des Verteidigungsministers betonte, dass die eingeführten Beschränkungen zwar vorübergehend Auswirkungen auf legale Nutzer haben könnten, diese Schritte aber aus Sicherheitsgründen notwendig seien.
Russische Militärblogger beklagen unterdessen neue technische Einschränkungen. Ihnen zufolge schalten sich Starlink-Terminals automatisch ab, sobald sie eine Geschwindigkeit von etwa 75–90 Kilometern pro Stunde erreichen. Dieser Mechanismus erschwert laut Experten die Nutzung von Starlink auf Drohnen oder mobilen Plattformen erheblich.
Es sind außerdem Informationen aufgetaucht, wonach derzeit ein System sogenannter „Whitelists“ entwickelt wird, das nur verifizierten und bestätigten Terminals den Betrieb ermöglichen soll.
Sergej Beskrestnow berichtete zuvor, dass russische Truppen am 24. Januar erstmals Shahed-Drohnen einsetzten, die über die Starlink-Satellitenkommunikation gesteuert wurden. Dies geschah bei einem Angriff im Gebiet Kropyvnytskyj, der sich gegen Hubschrauber der ukrainischen Streitkräfte richtete.
Später bestätigte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fjodorow, dass Russland damit begonnen habe, Drohnen mit Starlink-Satellitensystemen auszustatten. Daraufhin begann das ukrainische Verteidigungsministerium gemeinsam mit SpaceX daran zu arbeiten, den Feind an der Nutzung dieser Systeme zu hindern.
Infolgedessen konnten die notwendigen Lösungen innerhalb kurzer Zeit gefunden werden. Die ukrainische Seite lobte die prompte Reaktion von SpaceX und dessen Management bei der Abwehr des Missbrauchs von Starlink für Angriffe auf die Ukraine.

