Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, ein Waffenstillstand in der Ukraine könne bis zum Sommer erreicht werden, wenn Russland bedingungslos Friedensgesprächen zustimme. In einem Kommentar gegenüber dem „Telegraph“ betonte er, dass jede Friedensregelung auf Bedingungen beruhen müsse, die in erster Linie den Bedürfnissen der Ukraine entgegenkämen und kein vorübergehender Kompromiss sein dürfe.
Laut dem britischen Regierungschef geht es vor allem darum, eine Situation zu vermeiden, in der Russland lediglich eine Pause einlegen kann, um seine Streitkräfte neu zu formieren:
„Ich will keinen vorübergehenden Waffenstillstand, denn das würde Russland nur die Möglichkeit geben, zurückzukommen. Sie haben es schon einmal getan und sie werden es wieder tun“, sagte Starmer.
Der Premierminister bekräftigte seine Forderung an die USA, Sicherheitsgarantien für eine westliche Koalition zu geben, die die Stabilität in der Ukraine gewährleisten kann. Gleichzeitig hat die britische Regierung die Idee eines großen Militärkontingents vorerst verworfen und erwägt stattdessen die Entsendung von Ausbildern. Laut der Times begründet man diese Entscheidung mit den hohen Sicherheitsrisiken und einer veränderten Ausrichtung der Unterstützung – der Schwerpunkt liegt nun auf der Modernisierung der ukrainischen Streitkräfte, der Wiederbewaffnung sowie der Luft- und Seeverteidigung.
Starmer betonte, dass nur Kiew das Recht habe zu bestimmen, welche Kompromisse akzeptabel seien.
„Es steht anderen nicht zu, im Namen der Ukraine zu entscheiden“, sagte er.
Der Premierminister merkte außerdem an, dass die Welt in eine intensive Verhandlungsphase eingetreten sei, und obwohl die endgültige Entscheidung von beiden Seiten abhänge, hoffe Großbritannien, dass Moskau beginnen werde, größere Flexibilität zu zeigen:
„Wir hoffen, dass Russland im Interesse eines echten und dauerhaften Friedens zustimmen wird, seine ‚roten Linien‘ zu reduzieren.“.
Während London Stellung nimmt, stellt der Kreml weiterhin Ultimaten. Moskau fordert den Abzug der ukrainischen Truppen aus den teilweise besetzten Gebieten – den Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson –, die Russland aufgrund der Ergebnisse illegaler Scheinreferenden als „sein eigenes“ Territorium betrachtet.
Trotz der schwierigen Lage bleibt das offizielle London der Ansicht, dass Frieden in der Ukraine möglich ist – allerdings nur unter der Bedingung, dass ihre Souveränität respektiert wird.

