Das Gericht verschob die Berücksichtigung des Falles von Alexander Lemenov

Die Anhörung zur Berufung des Gründers von StateWatch und Antikorruptionsaktivisten Oleksandr Lemenov, der im Verdacht steht, sich während der Mobilmachung dem Wehrdienst entzogen zu haben, wurde auf den 3. Februar 2025 verschoben. Das Gericht sollte die Beschwerde bezüglich der gewählten Präventivmaßnahme am 28. Januar verhandeln, die Anhörung wurde jedoch verschoben.

Wir erinnern daran, dass das Bezirksgericht Bila Tserkva am 27. Dezember 2024 eine Präventivmaßnahme für Lemenov in Form einer Kaution in Höhe von 60.560 UAH festgesetzt hat. Ihm wurden außerdem gemäß Artikel 194 der Strafprozessordnung Pflichten auferlegt: auf Vorladung der Ermittler zu erscheinen und einen Wohnsitzwechsel zu melden.

Den Ermittlungsakten zufolge war Lemenov, der die militärische Fachrichtung „Organisation der moralischen und psychologischen Unterstützung der Truppen“ besaß, beim Wehrdienstamt Bila Zerkwa registriert. Am 5. Februar 2024 unterzog er sich einer ärztlichen Untersuchung und wurde für den Wehrdienst als tauglich befunden. Als ihm jedoch am 6. Dezember 2024 die Einberufung zum Wehrdienst verlesen wurde, verweigerte er in Anwesenheit zweier Zeugen die Annahme und erschien ohne Angabe von Gründen nicht am Sammelpunkt.

Am 8. Dezember wurde Lemenov gemäß Artikel 336 des Strafgesetzbuches der Ukraine („Umgehung der Einberufung während der Mobilmachung“) angeklagt, der eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorsieht.

Das Gerichtsurteil betont, dass Lemenov „sich der schwierigen Lage des Staates bewusst war und sich damit dem Militärdienst entzog und sich gegen die Gesellschaft stellte“. Darüber hinaus habe er laut den Ermittlungen seit dem 24. November 2024 den Besuch des Wehrdienstmeldeamtes vermieden, weshalb er zur Fahndung ausgeschrieben wurde.

Im Zusammenhang mit diesem Fall geriet auch ein weiterer Gründer von StateWatch, Gleb Kanevsky, in den Fokus. Nach langer Zeit der Flucht vor dem Militärdienst erhielt er eine Anstellung im Beschaffungsamt des Verteidigungsministeriums. Mit seinem Amtsantritt geriet diese Abteilung ins Zentrum hochkarätiger Korruptionsskandale, insbesondere im Zusammenhang mit überhöhten Preisen für den Kauf von Militärausrüstung.

Diese Geschichte reiht sich ein in einen breiteren Trend, bei dem Antikorruptionsaktivisten der Wehrdienstverweigerung beschuldigt werden. Der Begriff „Shabuning“ hat sich sogar in der Gesellschaft etabliert, benannt nach dem Antikorruptionsaktivisten Vitaly Shabunin, der ebenfalls wiederholt der Wehrdienstverweigerung beschuldigt wurde. Auch andere prominente Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft, darunter Journalisten und Experten, stehen auf dieser Liste.

Lemenov beharrt weiterhin auf seiner Unschuld und ficht die einstweilige Verfügung vor Gericht an. Eine Anhörung am 3. Februar könnte über sein Schicksal entscheiden.

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