Die Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Richter des Bezirksgerichts der Stadt Browary im Gebiet Kiew und seinen Komplizen, einen Anwalt, erhoben, weil sie Dokumente gefälscht haben sollen, um während des Kriegsrechts illegal die Ukraine zu verlassen.
Wie konnte der Richter das Land verlassen?
Die Ermittlungen ergaben, dass der Richter im März 2023 während seines Jahresurlaubs beschloss, ins Ausland zu reisen. Richter dürfen jedoch nur in dienstlicher Angelegenheit verreisen. Um dieses Verbot zu umgehen, wandte er sich an einen ihm bekannten Anwalt.
Gemeinsam entwickelten sie einen Plan: Sie fälschten eine Einladung zu einer internationalen Veranstaltung, die als Grundlage für eine gefälschte Reiseerlaubnis diente. Der Richter nutzte diese Dokumente, um die Grenze zu überqueren und eine Karibikkreuzfahrt anzutreten.
Welche Bedrohung geht vom Angeklagten aus?
Zusätzlich zum illegalen Grenzübertritt zahlten die Richter ihm auch sein Gehalt für die Zeit seiner „Geschäftsreise“ – etwa 60.000 Hrywnja. Nun droht ihm eine Anklage wegen Urkundenfälschung, Betrug und deren Gebrauch (Artikel 358 und 190 des ukrainischen Strafgesetzbuches).
Dem Anwalt wird Beihilfe zur Urkundenfälschung und zum Betrug sowie die Erleichterung des illegalen Personenschmuggels über die Staatsgrenze vorgeworfen. Nun entscheidet das Gericht über das Schicksal beider.

