Das staatliche Ermittlungsbüro hat sieben Mitarbeiter der Untersuchungshaftanstalt Charkiw wegen Beihilfe zu dem tragischen Vorfall, der mit dem Tod eines kurz zuvor eingelieferten Häftlings endete, angezeigt. Laut Ermittlungen verstießen die Mitarbeiter vorsätzlich gegen die Haftregeln, was zu einer brutalen Misshandlung und dem anschließenden Tod des Mannes führte.
Der Vorfall ereignete sich im April 2025. Die Mitarbeiter der SIZO – der ehemalige Leiter der Einrichtung, zwei Einsatzleiter, der diensthabende stellvertretende Leiter, der ranghöchste Beamte des Korps und zwei jüngere Inspektoren – beschlossen, einen neuen Verdächtigen zu „erziehen“. Er wurde widerrechtlich in eine Zelle mit bereits verurteilten Gefangenen verlegt, was ausdrücklich gesetzlich verboten ist.
Wenige Stunden nach seiner Verlegung wurde der Häftling so schwer misshandelt, dass er halb bewusstlos wurde. Anstatt jedoch Ärzte oder einen Krankenwagen zu rufen, ließen die Bediensteten der Haftanstalt ihn ohne Hilfe in seiner Zelle zurück. Wie das Staatliche Ermittlungsbüro feststellte, handelte das Personal vorsätzlich: Sie warteten faktisch darauf, dass das Opfer starb.
Der Mann erlag nachts seinen schweren Verletzungen – einer Kopfverletzung, Knochenbrüchen sowie inneren und Weichteilverletzungen. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung bestätigte, dass eine rechtzeitige medizinische Versorgung sein Leben hätte retten können.
Die SIZO-Mitarbeiter versuchten, die wahren Umstände des Todes zu verschleiern, indem sie behaupteten, der Mann sei bei einer Auseinandersetzung zwischen Häftlingen ums Leben gekommen. Gleichzeitig verschwiegen sie die illegale Verlegung und die verweigerte medizinische Versorgung.
Je nach Rolle der jeweiligen Person wurden die Behörden über den Verdacht gemäß drei Artikeln des ukrainischen Strafgesetzbuches informiert:
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Machtmissbrauch, der schwerwiegende Folgen hatte (Teil 3 des Artikels 365)
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Verlassenheit in Gefahr, die zum Tod führte (Teil 3 des Artikels 135),
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Amtsbedingte Fahrlässigkeit, die zum Tod einer Person geführt hat (Artikel 367 Absatz 3).
Die Sanktionen umfassen Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren. Die Frage der Inhaftierung der Verdächtigen wird derzeit geklärt.
Unabhängig davon meldeten die Strafverfolgungsbehörden den Verdacht, dass einer der Verurteilten dem Opfer direkt tödliche Verletzungen zugefügt hatte. Seine Handlungen wurden als vorsätzliche schwere Körperverletzung mit Todesfolge eingestuft (Artikel 121 Absatz 2 des Strafgesetzbuches der Ukraine).

