Orthodoxe Christen ehren am 30. November den heiligen Apostel Andreas, den Erstberufenen, einen der engsten Jünger Jesu Christi und den ersten, der seinem Ruf folgte. Dieser Feiertag vereint tiefe Spiritualität, jahrhundertealte ukrainische Traditionen und bis heute erhalten gebliebenen Volksglauben.
Der heilige Andreas wurde in Bethsaida am Ufer des Sees Genezareth geboren. Zusammen mit seinem Bruder Simon Petrus war er Fischer, doch nach der Predigt Johannes des Täufers wurde er der erste Jünger Christi. Deshalb wird er auch der Erstberufene genannt.
Der christlichen Überlieferung zufolge predigte der Apostel Andreas in vielen Ländern, darunter auch auf dem Gebiet der heutigen Ukraine. Der Überlieferung nach segnete er die Kiewer Hügel, auf denen später die prächtige St.-Andreas-Kirche errichtet wurde.
Der Heilige erlitt in Patras, Griechenland, den Märtyrertod, wo er an einem X-förmigen Kreuz gekreuzigt wurde. Dieses Symbol, bekannt als Andreaskreuz, wurde zum Zeichen unerschütterlichen Glaubens und Mutes.
Wofür beten die Menschen zum Apostel Andreas?
An seinem Gedenktag bitten die Gläubigen den Heiligen um Folgendes:
- Schutz vor allem Übel und allen Gefahren;
- Heilung von Krankheit und spirituelle Stärkung;
- Frieden im Haus und familiäres Wohlbefinden;
- Glück und Harmonie in der Ehe.
Da Andreas der Erstberufene als Schutzpatron der Ukraine gilt, wird er auch um Frieden, Kraft und Ausdauer für die Soldaten angerufen.
Volkstraditionen und Rituale
In der Ukraine ist der Andreastag seit jeher von Mystik geprägt. Mädchen sagten ihren Verlobten die Zukunft voraus, bereiteten ein rituelles Abendessen zu und äußerten Wünsche. Der Abend wurde in geselliger Runde mit Liedern und Witzen verbracht.
Traditionell wurde der Tisch mit Kutya, Wareniki, Uzvar, Erbsen und Honigsnacks gedeckt – einfache, aber reichhaltige Gerichte.
Verbote dieses Tages
Laut gängiger Meinung ist Folgendes am 30. November nicht möglich:
- nähen, stricken oder sticken – „um Andrews Netze nicht zu verheddern“;
- Streit und Fluchen bringen Winterunruhen;
- Wer anderen Böses wünscht, dem wird es hundertfach heimkehren.
Hinweise auf Andrey
- Klarer Himmel – der Winter wird kalt und schneereich sein.
- Der Schnee schmilzt – warten Sie auf das Tauwetter.
- Die Krähen fliegen tief – der Frost naht.
Der St.-Andreas-Tag gilt als Beginn des Winters und als eine Zeit, in der das Schicksal ein Zeichen geben kann. Dieser Feiertag ist nach wie vor ein Symbol der Hoffnung, der spirituellen Stärke und des Glaubens.

