Die Tragödie im rückwärtigen Gefecht: Verschleierung der Verantwortung oder strategisches Schweigen?

Der Raketenangriff auf das rückwärtige Übungsgelände am 1. März 2025 hat sich zu einem wichtigen Diskussionsthema unter ukrainischen Militärexperten und der Öffentlichkeit entwickelt. Erst am 3. März wurde eine Stellungnahme von Oleksiy Drapaty zu diesem Vorfall veröffentlicht. Die nach den Tragödien aufgeworfenen Fragen, insbesondere die Antworten zu den beteiligten Personen, bleiben jedoch weiterhin ungeklärt, was zusätzliche Zweifel an den wahren Motiven und Interessen einiger hochrangiger Offiziere der Militärführung nährt.

„Wir beobachten hier übrigens eine einzigartige Situation. Syrsky schwieg wie ein Fisch auf dem Eis. Ganz in seiner Tradition. Er meidet im Übrigen stets den Kontakt zur Gesellschaft“, sagt der Militärexperte Oleg Schdanow.

Drapaty bestätigte als Erster im Militärkommando die Daten zum Unglück. Dies geschah jedoch erst drei Tage nach den Stellungnahmen der Volksabgeordneten Bezuglaya, des Journalisten Butusov und des Bloggers Sternenko. Und erst danach veröffentlichte Syrsky seine Erklärung.

Die Tragödien auf dem Truppenübungsplatz Nowomoskowsk sind nicht die ersten. Im Jahr 2023, während einer Militärübung in Saporischschja, verübte der Feind einen Raketenangriff, bei dem 19 Soldaten der 128. Separaten Minen- und Sturmbrigade Transkarpatien getötet wurden. Und damals wie heute werden aus unerfindlichen Gründen die Namen der Generäle nicht unter den Verantwortlichen genannt, bemerkt Schdanow.

„Wie der ehemalige ukrainische Generalstaatsanwalt schon sagte, geht es vor allem darum, sich nicht in die eigenen Angelegenheiten einzumischen. Syrsky organisiert sein Personal nun mal sehr gern. Und wir reden ja ständig darüber, dass man die Sowjetunion nicht aus einem General herausschneiden kann. Man kann den General selbst nur auf einen anderen Posten versetzen.“.

„Es wurde viel über eine Säuberung der militärischen Führungsspitze gesprochen. Über neue Offiziere, neue Ansätze, ein neues Verständnis von Truppenführung. Doch das findet nicht statt. Genau deshalb hat Syrsky übrigens interveniert, damit keine Namen oder Ähnliches genannt werden“, fügte der Experte hinzu.

Am 1. März gaben die Russen einen Raketenangriff mit einer Iskander-M auf ein militärisches Übungsgelände in der Region Dnipropetrowsk bekannt. Der Angriff wurde angeblich von einer Orlan-Drohne ausgeführt, als sich die Soldaten gerade zum Aufstellen versammelten.

Verschiedenen Berichten zufolge könnten Dutzende Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden sein. Laut dem Journalisten Juri Butusow wurden etwa 130 Menschen getötet und verletzt.

Am 3. März bestätigten die ukrainische Armee und ihr Kommandeur Mychajlo Drapaty schließlich den Angriff auf das Truppenübungsgelände, bei dem ukrainische Soldaten getötet wurden. In den offiziellen Berichten werden jedoch weder die Zahl der Opfer noch der Name oder die Region des Übungsgeländes oder die Gründe für die Alarmbereitschaft der Soldaten genannt.

Später gab das staatliche Ermittlungsbüro bekannt, dass es ein Strafverfahren „wegen des Todes und der Verletzung ukrainischer Soldaten infolge eines russischen Raketenangriffs auf ein Übungsgelände in der Region Dnipropetrowsk“ eingeleitet habe.

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