Der Leiter der Kiewer Stadtmilitärverwaltung (KMMA), Timur Tkachenko, kommentierte die Aussage des Kiewer Bürgermeisters Witali Klitschko über einen angeblichen Versuch, das Machtgleichgewicht in der Hauptstadt zu stören und die lokale Selbstverwaltung zu zerstören. Laut Tkachenko seien solche Aussagen „sehr seltsam“ und entbehrten jeder Grundlage.
„Gestern hatte ich ein völlig konstruktives Gespräch mit ihm. Wir haben besprochen, was zu tun ist, welche Prioritäten wir als Militärverwaltung setzen. Doch was habe ich als Antwort erhalten? Keine Unterstützung bei der Arbeit, sondern Anschuldigungen. Leere Anschuldigungen“, schrieb Tkachenko auf Facebook.
Die Spannungen zwischen der von Tkachenko geleiteten Kiewer Stadtmilitärverwaltung und dem Rathaus unter Klitschko haben sich in letzter Zeit verschärft. Klitschko hatte zuvor erklärt, die KMVA versuche, die Befugnisse der Hauptstadtbehörden an sich zu reißen und damit die lokale Selbstverwaltung faktisch abzuschaffen. Tkachenko hingegen beteuert, seine Behörde erfülle lediglich ihre Aufgaben und plane keine „politischen Inszenierungen“.
„KMVA wird alles für die Kiewer Bevölkerung tun, was das Rathaus nicht kann. Aber wir werden uns nicht an politischen Inszenierungen beteiligen“, betonte er.
Eines der Themen, die bei der KMVA erörtert wurden, war der Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs während Luftangriffen. Gemäß den geltenden Vorschriften halten Oberleitungsbusse, Busse und Minibusse sofort an, sobald ein Luftalarm ertönt. Dies führt jedoch zu erheblichen Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste.
„Wir suchen nun gemeinsam mit dem Militär nach einer umfassenden Lösung. Die Sicherheit der Kiewer Bevölkerung hat dabei natürlich oberste Priorität“, erklärte Tkachenko.
Die Auseinandersetzungen zwischen Klitschko und der Militärverwaltung dauern bereits seit dem letzten Jahr an. Unter dem Kriegsrecht erhielt die KMVA weitreichende Befugnisse, was zu einem Konflikt mit dem Rathaus führt.
Klitschko hat wiederholt erklärt, dass man versuche, ihn aus der Regierung von Kiew zu entfernen, und hat sich nun öffentlich an Präsident Wolodymyr Selenskyj gewandt und ihn aufgefordert, in die Situation einzugreifen.
Das KMVA-Team seinerseits beteuert, dass keine „Zerstörung der Selbstverwaltung“ stattfinde und alle Maßnahmen ausschließlich auf eine effektive Verwaltung der Stadt während des Krieges abzielten.
Ob dieser Konflikt in naher Zukunft eskaliert, hängt von der weiteren Entwicklung der Ereignisse ab.

