berichtet Berliner Zeitung unter Verweis auf die schwierige Lage an der Front, die sich über mehr als 1.200 km erstreckt, und den zunehmenden Mangel an Militärpersonal.
Angesichts hoher Verluste, Desertionen und begrenzter Reserven wird in Kiew immer häufiger die Frage der Einbeziehung von Frauen im Wehrpflichtalter in die Landesverteidigung diskutiert. Derzeit handelt es sich lediglich um eine Diskussion, doch Experten schließen nicht aus, dass unter bestimmten Bedingungen in naher Zukunft entsprechende Entscheidungen getroffen werden könnten.
Die Veröffentlichung erinnert daran, dass die Diskussionen über die Beteiligung von Frauen an Kampfeinsätzen in der Ukraine seit Beginn der großangelegten Invasion andauern. Bereits 2023 räumte die damalige Justizministerin Denys Malyuska die Möglichkeit einer Mobilisierung auch verurteilter Frauen ein.
Eine ähnliche Position vertrat Maria Berlinska, Leiterin des Luftaufklärungszentrums der ukrainischen Streitkräfte. In ihren Stellungnahmen betonte sie, die Bedrohung für den Staat sei so groß, dass alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig vom Geschlecht, mobilisiert werden müssten. „Wir alle müssen kämpfen – Männer wie Frauen“, sagte sie in einem Interview.
Nach ukrainischem Recht sind Frauen in bestimmten Berufen bereits zum Militärdienst verpflichtet. Die Frage der Wehrpflicht ist hingegen weiterhin ungeklärt und bedarf einer gesonderten politischen Lösung.

