Im Rahmen der Ermittlungen im Fall Roman Hrynkevich, in dem es um die Lieferung minderwertiger Militäruniformen an das Verteidigungsministerium der Ukraine geht, bereitet das Staatliche Ermittlungsbüro (SBI) die Erhebung von Anklagen gegen mehrere Beamte des Verteidigungsministeriums vor.
Der Staatsanwalt gab dies im Gerichtssaal während einer der Anhörungen zur Überprüfung der Präventivmaßnahmen gegen die Verdächtigen bekannt. Die Staatsanwaltschaft nannte weder die Namen noch die Anzahl der Angeklagten seitens des Verteidigungsministeriums.
Es war jedoch klar, dass es sich nicht um eine Einzelperson handelte, sondern um eine Gruppe, die höchstwahrscheinlich als organisierte Gruppe innerhalb des Ministeriums agierte. Gleichzeitig ist bekannt, dass im sogenannten „Fall Hrynkevich“ über sieben Monate lang außer Hrynkevich selbst und Vertretern der Lieferanten des Verteidigungsministeriums keine weiteren Personen involviert waren.
Von Anfang an wurde darüber gesprochen, dass die Umsetzung eines solchen Geschäfts im Wert von Milliarden von Hrywnja ohne die Zustimmung der Ministeriumsleitung unmöglich sei.
Denn wenn die Hrynkevichs tatsächlich minderwertige Uniformen verkauften, musste jemand im Verteidigungsministerium ein Auge zudrücken und dafür aufkommen. Das Staatliche Ermittlungsbüro seinerseits beziffert den Schaden auf mindestens eine Milliarde Hrywnja.
Es wurde zuvor berichtet, dass das Verteidigungsministerium versucht habe, sich im Verfahren gegen Hrynkevich als Geschädigter anerkennen zu lassen. Ob dies jedoch bereits geschehen ist und wann genau, ist unbekannt.
Am 22. Februar meldete das SBI, die Opfer im Fall Hrynkevich seien vermisst. Später, am 14. März, gab das SBI an, das Verteidigungsministerium habe den Status der Opfer angeblich bereits am 17. Januar erhalten. Unter diesen Umständen ist es jedoch unverständlich, warum das Büro im Februar das Gegenteil behauptete.
Die Lieferung von Uniformen durch Roman Hrynkevichs Firma an das Verteidigungsministerium erfolgte sowohl vor als auch nach Rustem Umerovs Ernennung zum Minister. Darüber hinaus schloss sein neues Team Verträge mit weiteren Unternehmen der Familie Hrynkevich ab, um den Bedarf der Armee zu decken.

