Über 100 Millionen Euro Verlust: Ehemaliger Chef eines Rüstungswerks in Haft genommen

Der Oberste Antikorruptionsgerichtshof hat gegen den ehemaligen Generaldirektor des Chemiewerks Pawlohrad eine Präventivmaßnahme wegen Veruntreuung von über 102 Millionen Hrywnja beim Kauf von dynamischen Schutzsystemen für Panzer der ukrainischen Streitkräfte verhängt.

Wie die Pressestellen der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft und des Obersten Strafgerichts mitteilten, ordnete das Gericht die Untersuchungshaft des Verdächtigen an. Alternativ kann dieser gegen eine Kaution in Höhe von 30,28 Millionen Hrywnja freigelassen werden. Ihm wurden zudem verschiedene Auflagen erteilt. Die Untersuchungshaft gilt bis zum 15. Februar 2026.

Laut Quellen handelt es sich um Leonid Schyman, den langjährigen Leiter des Chemiewerks Pawlohrad, der das Unternehmen seit 1999 leitete. Er ist Chefkonstrukteur von Feststoffraketentriebwerken, korrespondierendes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und Träger des Titels Held der Ukraine. Im Juli 2025 wurde er von seinem Posten abberufen; sein Nachfolger wurde Dmytro Waschnewski. Leonid Schyman ist zudem Gegenstand mehrerer Strafverfahren, die vom Nationalen Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) untersucht werden.

Den Ermittlungen zufolge schloss das ukrainische Verteidigungsministerium im April 2022, nach Beginn des großangelegten Angriffs auf die Russische Föderation, einen Vertrag mit dem Chemiewerk Pawlohrad über die dringende Lieferung dynamischer Panzerschutzsysteme ab. Laut Strafverfolgungsbehörden erwarb das Unternehmen diese Produkte jedoch über Scheinfirmen zu Preisen, die fast dreimal so hoch waren wie die Marktpreise. Dadurch wurde die Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten der Waren und dem Vertragsbetrag legalisiert, was zur Veruntreuung von mehr als 102 Millionen Hrywnja aus Haushaltsmitteln führte.

Im April 2025 nahm der ukrainische Sicherheitsdienst Shyman, seinen Stellvertreter und den ehemaligen Leiter eines Militärbüros im Verteidigungsministerium wegen der Lieferung defekter 120-mm-Minen an die ukrainischen Streitkräfte fest. Dem ehemaligen Direktor wird zudem Amtsmissbrauch vorgeworfen, wodurch dem Chemiewerk Pawlohrad laut Ermittlern mindestens 43 Millionen Hrywnja entgangen sein sollen.

Die Ermittlungen dauern an. Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln alle Personen, die möglicherweise an der Durchführung von Korruptionsfällen im Bereich der Rüstungsbeschaffung beteiligt waren.

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