Die Strafverfolgungsbehörden haben einen groß angelegten kriminellen Ring aufgedeckt, der ukrainische Soldaten illegal über die Staatsgrenze schmuggelte. Laut Generalstaatsanwaltschaft waren neun Personen an dem Ring beteiligt, darunter ein Anwalt aus Lwiw, ein Einwohner von Ternopil und fünf Einwohner der Region Tscherniwzi. Sie alle agierten als Teil einer organisierten kriminellen Vereinigung.
Wie die Ermittlungen ergaben, suchten die Angreifer nach Soldaten, die ihren Dienst nicht fortsetzen wollten, und überredeten sie zur Flucht. Sie versprachen ihnen nicht nur freies Geleit ins Ausland, sondern auch Unterstützung bei der Entlassung aus der Armee und beim Entgehen einer Fahndung dank „einflussreicher Verbindungen im Militärkommando“.
Die Organisatoren boten ein „Komplettpaket an Dienstleistungen“ an: von der Überführung durch eine Militäreinheit in den Grenzstreifen – für 3.000 bis 6.000 US-Dollar – bis hin zum direkten illegalen Grenzübertritt nach Rumänien oder Moldawien – für bis zu 15.000 US-Dollar. Laut den Ermittlungen haben bereits mindestens 25 Militärangehörige die Dienste dieses Netzwerks in Anspruch genommen.
Bei den Durchsuchungen wurden mehr als 160.000 Hrywnja, 21.000 US-Dollar, 2.000 Euro, 12 Fahrzeuge, 17 Waffen, Mobiltelefone und Entwürfe von Aufzeichnungen mit Beweisen für kriminelle Aktivitäten von den Verdächtigen beschlagnahmt.
Alle neun Beteiligten wurden gemäß Artikel 332 Absatz 3 und Artikel 114 des ukrainischen Strafgesetzbuches angeklagt – wegen illegaler Schleusung von Personen über die Staatsgrenze und Behinderung der rechtmäßigen Tätigkeit der Streitkräfte. Die Staatsanwaltschaft hat einen Antrag auf Präventivmaßnahmen gestellt, und die mögliche Beteiligung weiterer Personen an diesem Komplott wird ebenfalls untersucht.

